Barrichellos Rat an Rosberg
Michael Schumacher fährt allen Zweifeln davon. "Ich fühle mich sehr gut. Ich denke, dass die Zeiten das halbwegs bestätigen", sagte der Rekordweltmeister im Rückblick auf seinen ersten offiziellen Testtag als Mercedes-Werksfahrer nach drei Jahren Formel-1-Pause. Am Montag hatte Schumacher 40 Runden absolviert und die drittbeste Zeit erzielt, eine gute halbe Sekunde schneller als sein Teamkollege Nico Rosberg. Schumacher hat nichts verlernt - und das hat er sich jetzt auch selbst bewiesen.
"Es hätte natürlich auch sein können, dass ich vielleicht Zweifel habe und einfach nicht mehr mit von der Partie sein könnte. Mit den Zeiten habe ich im Prinzip aber schon bestätigt, dass das nicht der Fall ist. Ob ich dann das letzte bisschen noch habe wie ich es früher hatte, wird abzuwarten sein. Aber auf jeden Fall habe ich dafür jede Menge mehr Erfahrung", sagte Schumacher, der in Valencia schnell, fit und entspannt auftrat.
Sein früherer Teamkollege Rubens Barrichello fühlte sich von Schumachers Auftritt offenbar gleich an seine Zeiten als chancenloser Wasserträger bei Ferrari erinnert und gab dem zweiten Mercedes-Piloten Nico Rosberg gleichen einen Rat. "Sieh zu, dass du da wegkommst", sagte der 37 Jahre alte Brasilianer: "Ich hege keinen Groll. Aber mit dem Wissen, das ich habe, und angesichts dessen, wie schnell Michael war, wird es ein schwieriger Job für Nico."
Mercedes-Teamchef Ross Brawn, seinerzeit Vorgesetzter von Schumacher und Barrichello bei Ferrari, war nicht überrascht, dass Schumacher so schnell wieder sein altes Tempo erreicht hat. "Es wäre eine größere Überraschung für mich gewesen, wenn das nicht der Fall gewesen wäre. Es war einfach nur die Bestätigung dessen, was wir beide gedacht hatten. Michael sollte absolut wettbewerbsfähig sein", sagte das "Superhirn", unter dessen Regie Schumacher all seine sieben WM-Titel gewonnen hat.
Brawn nahm allerdings auch Rosberg in Schutz. "Nicos Zeit ist nicht ganz repräsentativ angesichts der Probleme, die er im Auto mit seiner Sitzposition hatte. Das beeinträchtigt ein bisschen die Beurteilung seiner Leistung. Wir kennen die Benzinmengen beider Fahrer, und ich denke, Nico war gut unterwegs", sagte der Engländer.
Der 24-Jährige aus Wiesbaden muss bei Mercedes Grand Prix den Kampf gegen den siebenmaligen Weltmeister Schumacher annehmen. Vom Riesenerfahrungsschatz des Rekordchampions kann er ohnehin nur lernen.
So wie einst Lewis Hamilton gegen Fernando Alonso vor drei Jahren: Der Neuling aus Großbritannien gegen den zweimaligen Titelträger aus Spanien. Am Ende, nach einem turbulenten Jahr mit allerhand Querelen, verpasste Hamilton knapp die Krone, ließ als Zweiter Alonso in der Wertung aber einen Platz hinter sich.
2010 bildet Hamilton, Weltmeister von 2008, das McLaren-Team mit dem aktuellen Titelverteidiger Jenson Button. Und bei Ferrari wird Alonso es mit dem ehemaligen Schumacher-Kollegen Felipe Massa zu tun bekommen. Für sie alle gilt: Der erste Gegner ist der eigene Teamkollege.
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