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11.10.2007, 12:33

Österreichs Hauptstadt

Charme bis zum Finale

Über Jahrhunderte hat Wien mit seinem Charme, seiner Schönheit und seinem einmaligen Ambiente Besucher aus aller Welt begeistert. Eine Stadt, die den Lifestyle der modernen Welt mit dem Geist der Vergangenheit verbindet. Eine Stadt mit großartigen Bauten und imperialer Pracht. Unzählige Künstler und Musiker leben und lebten hier und ließen sich vom einzigartigen Flair inspirieren. Das ist Wien.

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Geschichte

Wahrzeichen Wiens: Der Stephansdom.
Wahrzeichen Wiens: Der Stephansdom.
© dpa Zoomansicht

Die Anfänge Wiens gehen auf das zweite Jahrhundert nach Christus zurück. Ein Militärstützpunkt der Römer mit ziviler Siedlung erhielt 213 das Stadtrecht und nennt sich Vindobona. Dieses Lager befand sich im Herzen der heutigen Stadt, sein Mauerverlauf spiegelt sich bis zur Gegenwart in einer Reihe recht markanter Straßenzüge des städtischen Zentrums wieder. Im 5. Jahrhundert mussten sich die Römer den Hunnen geschlagen geben und zogen ab, über das Schicksal der Siedlung lassen sich bis zum 9. Jahrhundert kaum Nachrichten finden. Die "Restsiedlung" hatte wohl keine städtischen Strukturen. 881 wurde die Siedlung erstmals mit ihrem heutigen Namen belegt.

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Mit der Einrichtung der Markgrafschaft Österreich unter den Babenbergern (976) wurde ein "staatlicher" Rahmen geschaffen, für Wien selbst begann sich dies aber erst auszuwirken, als die österreichischen Landesfürsten ihre Position gefestigt hatten. Um das Jahr 1150 verlegten die österreichischen Markgrafen ihre Residenz nach Wien und gründeten Wiens ältestes Kloster, St. Maria bei den Schotten. Um 1200 wurde die Wiener Stadtmauer - äußeres Zeichen jeder mittelalterlichen Stadt - errichtet, die bürgerliche Gemeinschaft erhielt ihr erstes Stadtprivileg (1221).

1278 beginnt die Herrschaft der Habsburger, die zahlreiche Kaiser hervorbrachten. Unter Herzog Rudolf IV. findet die Stadt im 14. Jahrhundert ihre erste Blütezeit, unter anderem wird die erste Wiener Universität gegründet. 1526 wird Ungarn und Böhmen in den Herrschaftsbereich der Habsburger eingegliedert, Wien wird Sitz des Kaisers. Im 17 Jahrhundert entstehen mehrere Schlösser und Kirchen. 1876 wird Wien die Hauptstadt des Österreichisch-Ungarischen Reiches. Nach dem ersten Weltkrieg wird das Kaisertum abgeschafft, Wien wird Hauptstadt der Republik Österreich und blieb es bis heute.


Geographische Lage

Wien (1,6 Millionen Einwohner) erstreckt sich über 414 Quadratkilometer und verdankt seine Entwicklung zu einer der größten und bedeutendsten Städte Mitteleuropas nicht zuletzt seiner begünstigten geographischen Lage: Zwischen den nordöstlichen Ausläufern der Alpen, im Nordwesten des Wiener Beckens und zum größten Teil südlich der Donau gelegen, befindet es sich im Schnittpunkt alter Verkehrsadern – hier kreuzen sich der West-Ost-Verkehrsweg der Donau und die historische Nord-Süd-Straße (Bernsteinstraße).

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Wien in Bildern

Das Stadtgebiet ist in 23 einzelne Bezirke aufgeteilt, die mittelalterliche Altstadt (erster Bezirk) ist umgeben von einem Ring barocker Vorstädte, bestehend aus den Bezirken 2 bis 9. Die gründerzeitlichen Vororte bilden einen äußeren Ring - die Bezirke 10 bis 23. Die Stadt, durch die die Donau fließt, entwickelte sich insgesamt zu einer Drehscheibe des europäischen Verkehrs, seit dem Fall des Eisernen Vorhangs gewinnen vor allem die Verkehrs- und wirtschaftlichen Beziehungen zu den östlichen Nachbarstaaten an Bedeutung. Wien ist flächenmäßig das kleinste Bundesland, aber einwohnermäßig das größte.


Sehenswürdigkeiten

Wer Wien näher kennen lernen möchte, sollte sich viel Zeit nehmen. Mit Sehenswürdigkeiten ist Wien reich gesegnet, auch mit kulinarischen Genüssen. So ist die Sacher-Torte in einem der zahlreichen, für Wien typischen und traditionellen Kaffeehäuser ebenso Pflicht, wie der Besuch in einem Heurigen, wo in lauschigem Ambiente bei Schrammelmusik einheimischer Wein serviert wird. Die Altstadt Wiens wurde im Oktober 2003 zum Weltkulturerbe ernannt, damit zählen Stephansdom, Hofburg & Co. zu den 700 herausragendsten Kultur- und Naturdenkmälern der Menschheit.

Cafe Central
Die berühmten Wiener Kaffehäuser (hier das Central) sind des Wieners zweites Wohnzimmer.

Neben dem historischen Zentrum Wiens sollte man bei einer Besichtigungstour die Schlösser Schönbrunn und Belvedere sowie den Wiener Prater, wo nebenan das Ernst-Happel-Stadion zu finden ist, nicht auslassen.


Wien als Sportstadt

Das Sportgeschehen in der Hauptstadt - wie sollte es anders sein - prägen zwei Fußball-Klubs. Rapid und Austria kämpfen um die Vorherrschaft in Wien. Der erste Meistertitel ging 1911 an Rapid, die Veilchen dagegen sicherten sich 2006 den letzten Titel für einen der Wiener Bundesligisten. Dennoch hinkt die Austria, im Horr-Stadion beheimatet, mit 23 Meisterschaften den im Gerhard-Hanappi-Stadion ansässigen Hütteldorfern, die 31-mal die Schale hochhielten, hinterher. Der Pokal dagegen ist fest in Austria-Hand, die Violetten, zuletzt dreimal in Folge Cupsieger, stehen 26-mal in der Siegerliste, Rapid "erst" 14-mal.

Aber nicht nur Fußball wird in Wien gespielt, auch der Puck gehört zum festen Erscheinungsbild der Stadt. So flitzen die Kufencracks der Vienna Capitals (2005 Meister) in der Wiener Stadthalle über das Eis, zudem fand die Eishockey-Weltmeisterschaft schon fünfmal in Wien statt - zuletzt 2005.

Im ATP-Kalender ist Wien ebenfalls zu finden, mit Tommy Haas gewann 2001 der letzte Deutsche beim Treffen der Tennisprofis, die sich im Oktober wieder ihr Stelldichein in der Wiener Stadthalle geben.

Einen festen Platz im Sportkalender hat der Marathon, der 1984 seine Premiere feierte und immer mehr Läufer anzieht.


Stadion

Das Ernst-Happel-Stadion ist Wiens größte Sportarena und "Konzerthalle" der Superlative. Am 11. Juni 1923 wurde das Stadion nach 23-monatiger Bauzeit eingeweiht. Nach dem Standort wurde die vom deutschen Architekten Otto Ernst Schweizer konzipierte Sportstätte zunächst Wiener Praterstadion genannt. Immer wieder wurden Umbaumaßnahmen vorgenommen, die Aufstockung um einen dritten Rang und die neue Flutlichtanlage 1959 mit der Europacup-Partie von Rapid gegen Real Madrid eingeweiht. Ernst Happel schoss damals alle drei Tore beim glanzvollen 3:1 Sieg der Wiener.

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Wien in Bildern

Eine Generalsanierung mit einer Gesamtüberdachung, in die die Flutlichtanlage integriert wurde, endete 1986. 1993 wurde das Praterstadion zu Ehren des 1992 verstorbenen legendären österreichischen Spielers und Trainers in Ernst-Happel-Stadion umbenannt.

Das Stadion zählt heute zu den schönsten und sichersten Sportarenen der Welt und erhielt von der UEFA die Auszeichnung "Fünf-Sterne-Stadion". Kein Wunder, dass im Ernst-Happel-Stadion bei der Europameisterschaft 2008 sieben Spiele stattfinden werden. Die drei Partien von Gastgeber Österreich, zwei Viertelfinal- sowie ein Halbfinalspiel werden in der 53.008 Zuschauer fassenden Arena zu sehen sein. Zudem wird am 29. Juni 2008 in Wien der Europameister gekürt werden.

Wien wird von vielen deutschen Flughäfen aus angeflogen. Die Stadt wartet mit einem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrsnetz auf, das Auto sollte man also stehen lassen. Mit der Verlängerung der U-Bahn-Linie zwei geht es ab 10. Mai 2008 in nur acht Minuten Fahrzeit ohne Umsteigen vom Stadtzentrum direkt zum Stadion.


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