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06.02.2010, 14:12

DFB-Präsident übt Kritik an Bierhoff

Zwanziger: "Ich will Löw behalten"

Nach dem Zoff der vergangenen Tage hat DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger deutlich gemacht, dass Bundestrainer Joachim Löw auch nach dem Abbruch der Vertragsgespräche sein erster Ansprechpartner bleiben wird. Bei Oliver Bierhoff sieht dies wohl ein wenig anders aus. Ob seines Verhandlungsstils wurde der Teammanager nicht nur vom DFB-Oberhaupt scharf kritisiert.

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Dr. Theo Zwanziger
Macht die Position des DFB deutlich: Dr. Theo Zwanziger.
© imago Zoomansicht

Zwanziger hat nach den Dissonanzen mit Nationalcoach Joachim Löw auf der einen Seite eingelenkt, auf der anderen Seite aber auch die Position des DFB herausgestellt: "Ich will ihn behalten. Wenn wir die WM erfolgreich spielen, werde ich mit Löw sprechen. Und wenn wir sie nicht so erfolgreich spielen, dann auch. Er wird immer mein erster Ansprechpartner sein", so der DFB-Präsident im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Samstagausgabe).

Im gleichen Atemzug stellte der 64-Jährige aber auch klar, dass es keine Zusammenarbeit um jeden Preis geben wird: "Keiner ist unentbehrlich. Es gibt auch noch andere, die es können. Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht die Forderungen. Bundestrainer ist doch ein Traumjob, der ordentlich bezahlt wird."

"Eine Nationalmannschafts-GmbH mit dem DFB als Aufsichtsrat - das geht nicht."

Die seiner Meinung nach unannehmbaren finanziellen Erwartungen und Bierhoffs Wunsch nach einer stärkeren Manager-Stellung sind Zwanziger anscheindend sauer aufgestoßen: "Das war nicht machbar. Ich kann den Amateurfußballern und Millionen von ehrenamtlich tätigen Helfern nicht verkaufen, dass wir ohnehin sehr gut dotierte Verträge nochmals deutlich aufstocken. Ich hätte dann drei oder vier Anträge auf Satzungsänderung beim nächsten Bundestag stellen müssen. Diese offensive Ausdehnung der Kompetenzen wäre mit den Grundsätzen des DFB nicht vereinbar gewesen. Eine Nationalmannschafts-GmbH mit dem DFB als Aufsichtsrat - das geht nicht."

Zum Thema

Zwanziger hatte am Donnerstag die Vertragsgespräche mit der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft wegen unterschiedlicher Auffassungen überraschend abgebrochen und auf die Zeit nach der WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) vertagt. Er sieht keine Gefahr, dass diese Querelen sich auf die Leistungsstärke der Nationalelf auswirken könnten: "Es ist nicht die Schicksalsfrage der Nation, ob ein Bundestrainer mit einem auslaufenden oder laufenden Vertrag ins Turnier geht."

Unterstützung vom Kaiser

DFB-Präsidiumsmitglied Franz Beckenbauer stellte sich derweil ganz klar auf die Seite Zwanzigers und attackierte zudem Bierhoff für seinen Verhandlungsstil scharf: "Es war absolut richtig, die Forderungen von Bierhoff nicht zu akzeptieren. Auch in Zukunft darf nur das DFB-Präsidium über den Bundestrainer entscheiden und nicht ein Nationalelf-Manager. Ein Vetorecht war nicht akzeptabel. Meine Meinung: Der Übernahme-Versuch ist gescheitert", äußerte sich Beckenbauer in der Bild-Zeitung.

"Wir sind Freunde, keine Feinde"

Zwanziger und Löw werden sich nun im Rahmen der Gruppenauslosung für die EM-Qualifikation am Sonntag in Warschau (12 Uhr) wiedersehen. Entgegen erster Planungen flog die deutsche Delegation mit Zwanziger, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bierhoff und Löw nach SID-Informationen am Samstag gemeinsam in die polnische Hauptstadt. Der DFB-Präsident sieht trotz aller derzeitigen Ungereimtheiten das Verhältnis zu seinem leitenden Angestellten nicht belastet und wird dort das Gespräch suchen: "Ich sehe das nicht als Vertrauensbruch. Wir sind Freunde, wir sind keine Feinde. Wir arbeiten an einem gemeinsamen Projekt."

06.02.2010, 14:12
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