Nationalelf: Zwanziger und Löw sprechen sich aus
Vor dem gemeinsamen Abflug zur Auslosung der EM-Qualifikation in Warschau haben sich DFB-Boss Zwanziger und Bundestrainer Löw bei einem persönlichen Treffen ausgesprochen.
"Ich habe gespürt, dass dem Präsidenten daran liegt, die WM-Vorbereitung in dem engen Vertrauensverhältnis fortzuführen, das uns seit Jahren verbindet, auch wenn es jetzt nicht zu der beabsichtigten Vertragsverlängerung über die WM 2010 hinaus gekommen ist", erklärte Löw anschließend. "Gleichzeitig habe ich auch gespürt, dass meine Stellungnahme vom Freitag bei Dr. Zwanziger große Irritationen ausgelöst hat, weil dadurch in der Öffentlichkeit die Diskussion aufgekommen ist, er habe Unwahrheiten verbreitet oder sei daran beteiligt gewesen. Dies war von mir zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt." Löw hatte entgegen früherer Aussagen des DFB-Bosses erklärt, es habe keine Einigung per Handschlag über eine Vertragsverlängerung gegeben. "Wir kennen uns nun seit sechs Jahren und haben stets gut zusammengearbeitet", sagte Löw über Zwanziger: "Immer konnten wir uns auf seine persönliche Unterstützung und die des DFB verlassen. Es ist in den kommenden Wochen daher unser gemeinsames Ziel, wieder eine positive Atmosphäre zu schaffen und alle Kraft auf die optimale WM-Vorbereitung zu konzentrieren."
Zwanziger hatte im Streit mit Löw wegen angeblich überzogener Forderungen zuvor bereits eingelenkt. "Ich will ihn behalten. Wenn wir die WM erfolgreich spielen, werde ich mit Löw sprechen. Und wenn wir sie nicht so erfolgreich spielen, dann auch. Er wird immer mein erster Ansprechpartner sein", sagte der DFB-Präsident der "Süddeutschen Zeitung".
Kein klares Bekenntnis gab der 64-Jährige dagegen zu Oliver Bierhoff ab, der bei dem Treffen am Samstag nicht dabei war. Der umstrittene Teammanager wurde stattdessen von Zwanziger und auch von Fußball-Kaiser und DFB-Präsidiumsmitglied Franz Beckenbauer für seinen Verhandlungsstil scharf attackiert. "Es war absolut richtig, die Forderungen von Bierhoff nicht zu akzeptieren. Auch in Zukunft darf nur das DFB-Präsidium über den Bundestrainer entscheiden und nicht ein Nationalelf-Manager. Ein Vetorecht war nicht akzeptabel. Meine Meinung: Der Übernahme-Versuch ist gescheitert", sagte Beckenbauer der Bild-Zeitung.
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