24:21 im Finale gegen Kroatien - Island holt Bronze
Frankreich ist im Handball weiterhin das Maß aller Dinge. Auf dem Weg zum zweiten Europameister-Titel nach 2006 hatte das Team von Claude Onesta allerdings vor allem im ersten Durchgang ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. In der von den deutschen Schiedsrichtern Bernd und Reiner Methe geleiteten Neuauflage des WM-Endspiels von 2009 waren es die Kroaten, die vor 11.000 Zuschauern in der ausverkauften Wiener Stadthalle zunächst fast ständig vorne lagen. Nach 28 Minuten betrug der Vorsprung sogar drei Tore (12:9). Mit einem starken Schlussspurt glichen die Franzosen bis zur Pause aber wieder aus.
In einem packenden und hochklassigen Finale, in dem beide bis dahin ungeschlagenen Mannschaften mit allen Attraktionen des Handballs aufwarteten, spielte Frankreich im zweiten Durchgang dann seine ganze Klasse aus und konnte sich dabei wieder einmal auf seine Ausnahmekönner verlassen. Rückraum-Star Nikola Karabatic, der im kroatischen Spielmacher Ivano Balic ein ebenso überragendes Pendant hatte, riss die Partie an sich und war mit sechs Treffern bester Werfer seines Teams, Welthandballer Thierry Omeyer lief zwischen den Pfosten richtig heiß und war in der Schlussphase kaum noch zu überwinden.
"Das ist für die Ewigkeit. Das habe ich noch gar nicht richtig realisiert. Drei große Titel bei drei großen Turnieren ist einfach Wahnsinn", sagte der Kieler Torhüter. Auch sein Gegenüber Mirko Alilovic hatte zuvor mehrfach mit tollen Paraden geglänzt.
Während Frankreich seine einmalige Titelserie fortsetzte und nach olympischem Gold 2008 und der WM 2009 den dritten großen Titel innerhalb von 18 Monaten feierte, blieb Kroatien wieder einmal nur Platz zwei. "So ist eben Sport, die Franzosen waren besser", meinte Kroatiens bester Torschütze Vedran Zrnic (7): "Aber irgendwann gewinnen wir auch mal gegen Frankreich."
Vor den Franzosen hatten die Isländer über Bronze und damit die zweite Medaille bei einem großen Turnier nach Silber bei den Olympischen Spielen 2008 gejubelt. Zur Pause sah Island im "kleinen Finale" beim Stand von 18:10 schon wie der sichere Sieger aus, ehe die Polen zu einer furiosen Aufholjagd ansetzten und durch sechs Tore in Folge auf 18:20 (42.) und dann sogar auf 25:26 (56.) herankamen. Am Ende retteten die Isländer den 29:26-Sieg jedoch über die Zeit. "Das ist ein neues Kapitel in der Handball-Geschichte Islands. Zwei Medaillen hintereinander hat es noch nie gegeben", sagte Trainer Gudmundur Gudmundsson.
Kroatien: Alilovic, Carapina - Balic 4, Duvnjak 3, Lackovic, Zrnic 7/6, Kopljar 1, Vori 2, Gojun, Vukovic 2, Mataija, Buntic, Valcic, Strlek 2, Cupic, Musa
Frankreich: Omeyer, Karaboue - Fernandez 2, Dinart, Barachet, Guillaume Gille 1, Narcisse 3, Joli 1/1, Karabatic 6, Junillon, Abalo 4, Sorhaindo 3, Guigou 3/1, Bosquet 2, Ostertag, Detrez
Schiedsrichter: Methe/Methe (Vellmar)
Zuschauer: 11000 (ausverkauft)
Strafminuten: 6 / 6
Disqualifikation: - / -
| Zeit | Sender | Sendung |
|---|---|---|
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