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15.03.2010, 15:40

Dem amtierenden Meister droht eine Pleitensaison

Bleibt der THW titellos?

Was war das für eine angenehme Saison. Der THW stand 2008/09 nach 23 Spieltagen mit einem Verlustpunkt und acht Zählern Abstand auf das zweitplatzierte Hamburg an der Tabellenspitze, am Ende feierten die Zebras das Double und den Einzug ins Finale der Champions League. Diese Spielzeit droht, für Kieler Verhältnisse, ein Desaster. Sollte die Gislason-Truppe wie am Sonntag in Lemgo weiter patzen, könnte der THW titellos bleiben.

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Kim Andersson
Bloß nicht mehr hinsehen: Kim Andersson nach der Niederlage beim TBV Lemgo.
© picture alliance Zoomansicht

Den ersten herben Rückschlag mussten die Zebras kurz vor Weihnachten in Balingen hinnehmen, beim aktuellen Drittletzten der Tabelle setzte es eine sensationelle 37:39-Niederlage - die Kieler mussten sich zum ersten Mal mit der Verfolgerrolle begnügen, Hamburg übernahm die Spitze. Und dann auch noch das Pokal-Aus: Dreimal in Folge war der THW aus dem Final Four als Sieger hervorgegangen, diesmal war im Viertelfinale beim VfL Gummersbach (28:35) Endstation. Der erste Titel war futsch.

Von einem Erfolg in der Champions League kann man in dieser Saison auch nicht unbedingt ausgehen, auch wenn die Zebras ihre Vorrundengruppe auf Rang eins beendeten. Doch auch hier zeigten die Kieler in Kolding (31:31) schon einmal eine unerwartete Schwäche. Das Fehlen arrivierter Spieler wie Nikola Karabatic, Vid Kavticnik (beide nach Montpellier) und vor allem Ex-Kapitän Stefan Lövgren (Karriereende) würde logischerweise an keiner Mannschaft spurlos vorbeigehen.

Gipfeltreffen am 22. Mai

Und nach dem Ausrutscher in Lemgo am Wochenende gerät auch die sechste Meisterschaft in Folge in Gefahr. Trainer Alfred Gislason versucht zu beruhigen. "An der Ausgangslage hat sich nicht viel verändert. Wir sind einen Minuspunkt hinter dem HSV. Wahrscheinlich wird die Partie der beiden Mannschaften gegeneinander die Entscheidung bringen." Das direkte Duell steigt am 22. Mai in Hamburg.

Die Mannschaft hat derzeit zwei Gesichter. Lemgos Trainer Volker Mudrow

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Klar, dass Gislason dennoch enttäuscht war. "Wir hatten einige personelle Probleme. Viele waren nicht in Normalform", rügte der Trainer und forderte: "Wir dürfen uns jetzt keinen Ausrutscher mehr erlauben." Der Isländer muss nun hoffen, dass der TBV die Leistung kompensieren kann - schließlich spielen die Ostwestfalen am kommenden Wochenende beim HSV Hamburg. "Lemgo ist eine sehr gute Mannschaft. Leider lassen sie die Konstanz vermissen", weiß Gislason nur allzu gut. Selbst der Trainer der Lemgoer pflichtet ihm bei. "Die Mannschaft hat derzeit zwei Gesichter", so Volker Mudrow.

Gislason hat aber noch ein zweites Ass im Ärmel. Ausgerechnet der Erzrivale aus Flensburg könnte Schützenhilfe leisten. In der Campushalle sind die Hamburger dann eine Woche nach dem Duell mit Lemgo gefragt.

15.03.2010, 15:40
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