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02.06.2010, 13:29

Flensburger Urgestein verlässt die HBL

Christiansen auf Abschiedstour

Eigentlich kann man es sich gar nicht so recht vorstellen. Die SG Flensburg-Handewitt - ohne Lars Christiansen. Doch schon ab Samstag ist es Realität. Der Däne wird sein letztes Pflichtspiel für das Team von der Förde beim Auswärtsspiel in Hannover bestreiten und dann in die Heimat zurückkehren. Sagenhafte 14 Jahre hielt er dem Klub die Treue. Und alles begann in einem Schuhgeschäft.

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Lars Christiansen
Auf dem Absprung: Lars Christiansen von der SG Flensburg-Handewitt
© imago Zoomansicht

Seine Bilanzen sind schier sagenhaft. Christiansen, der seit 1996 auf der Linksaußenposition der Flensburger nicht wegzudenken ist, absolvierte mehr als 600 Spiele für die SG, warf rund 4000 Tore. Keiner hat mehr Einsätze, niemand traf öfter für die Flensburger. "Hier sind alle meine Träume wahr geworden", so der sympathische Däne mit der Stupsnase. Zudem ist er zweitbester Bundesligatorschütze aller Zeiten (nach Kyung-Shin Yoon), Rekordnationalspieler und -torschütze seines Landes. Ein Typ der Superlative eben.

Christiansen wuchs im dänischen Sonderburg auf, gerade mal 30 Kilometer von Flensburg entfernt. "Ich habe hier als Kind meine Handballschuhe gekauft. Schon damals hab ich davon geträumt, in Flensburg zu spielen." Der Traum wurde 1996 wahr. Nach seiner ersten Spielzeit durfte er schon den EHF-Pokal in die Höhe stemmen. Es sollte nicht seine letzte Trophäe werden. Die SG gewann 2001 den Europapokal der Pokalsieger, wurde 2003 bis 2005 deutscher Pokalsieger - und 2004 war endlich die erste Meisterschaft für die SG perfekt. "Das war für mich das Größte", betont Christiansen.

Ärger über die Königsklasse und die Kadetten

Doch es gab auch Rückschläge für den vielleicht besten Siebenmeterschützen aller Zeiten. In der Champions League stieß er mit der SG 2004 (gegen Celje) und 2007 (gegen den THW Kiel) bis ins Finale vor. "Die beiden Niederlagen taten weh. 2004 waren wir besser als Celje." Aus der jüngeren Vergangenheit schmerzt ihn die Halbfinal-Niederlage im diesjährigen EHF-Pokal gegen die Kadetten Schaffhausen. "Mit dem Titel in meiner letzten Saison hier hätte sich der Ring geschlossen. Das wäre perfekt gewesen."

Lars Christiansen mit Jan Holpert (re.) und Johnny Jensen.
Trio-Jubel über das Double: Lars Christiansen mit Jan Holpert (re.) und Jonny Jensen, der den Klub ebenfalls verlässt.
© imago

Eins kann der inzwischen 38-Jährige nicht verheimlichen: "Ich brenne immer noch." Dennoch soll Schluss sein in der stärksten Liga der Welt. "Es waren 14 fantastische Jahre. Aber ich wollte entscheiden, wann ich gehe. Richtig ist, auf dem Höhepunkt aufzuhören", glaubt Christiansen, der sämtliche Angebote europäischer Topklubs ausschlug. "Geld war nie die Frage, sondern: Wie passt es für mich als Person?", erklärt er die Liebe zur SG.

Brennen für das olympische Feuer

Zusammen mit zwei Partnern will er eine Sportler-Beratungsagentur aufbauen und noch drei Jahre weiter "brennen". Denn das olympische Feuer zieht Christiansen an. "Mein Ziel ist Olympia 2012. Dafür werde ich alles geben." Als Abschiedsgeschenk hat sich Christiansen zwei SG-Dauerkarten gewünscht. "Ich werde so oft herkommen, wie ich kann", betont er. Den bescheidenen Wunsch werden sie ihm in Flensburg sicherlich erfüllen.

02.06.2010, 13:29
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