44. Superbowl in Miami: 31:17 über die Colts
Brees führt Saints zum ersten Titel
Die New Orleans Saints durften mit ihrer Offense zuerst ran. Kaum auf dem Feld, musste die Mannschaft um Spielmacher Drew Brees das Spielgerät per Punt bereits wieder dem Gegner überlassen. Knapp sechs Minuten dauerte im Anschluss der erste Drive der Indianapolis Colts. Peyton Manning führte seine Offensive durch variables Spiel bis weit in die gegnerische Hälfte. Am Ende musste sich der Meister von 2007 jedoch mit einem Field Goal begnügen. Routinier Matt Stover (42, damit ältester Superbowl-Teilnehmer in der Geschichte) jagte das Ei aus 38 Yards Entfernung zum 3:0 durch die Stangen.
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Und auch im weiteren Verlauf des ersten Viertels änderte sich für die Saints zunächst nicht viel. Mehr als ein First Down sprang für das Team von Headcoach Sean Payton nicht heraus. Wieder Punt, wieder Ballübergabe an die Colts. Es folgte ein beeindruckender Drive über 96 Yards. Wiederum überraschend variabel angelegt, setzten die Colts ihre Kontrahenten unter Druck. Running Back Joseph Addai schuf die Basis für den ersten Touchdown mit Läufen über 16, 11 und 26 Yards. Am Ende wuchtete Manning den Ball hoch in die rechte Hälfte der Endzone zum ersten Touchdown: Wide Receiver Pierre Garcon, aus Florida stammend, ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und schraubte das Ergebnis auf 10:0. Garcon fiel in Hälfte eins allerdings auch durch zwei leichte Fehler auf und verhinderte damit eine möglicherweise klarere Führung.
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Wie würden die Saints reagieren? Sowohl Angriff wie auch Abwehr hatten bis dahin noch kein Rezept gegen den Favoriten gefunden. Doch diesmal kamen Brees & Co. ins Rollen, machten ihrem Ruf als gefürchtete Angriffsformation alle Ehre. Bis kurz vor die "Red Zone" zumindest. Colts-Abwehrstar Dwight Freeney, mit Bänderriss ins Spiel gegangen, räumte seinen Gegner einfach aus dem Weg und brachte Brees per Quarterback-Sack zu Fall. Sieben Yards Raumverlust - und mit einem Field Goal musste sich New Orleans begnügen. Der junge Garrett Hartley (23, zweite Saison) behielt die Nerven und verkürzte aus 46 Yards zum 3:10.
Immerhin, der Angriff hatte sich zu Wort gemeldet - und auch die Abwehr der "Heiligen" gestattete dem AFC-Champion bis zur Pause keine weiteren Punkte mehr. Ein 10:10 war in Reichweite für New Orleans, ein 6:10 wurde es schließlich. Grund: Nach einigen starken Pässen von Drew Brees, allen voran ein 27-Yard-Spielzug durch die Mitte auf Ballfänger Marques Colston, gelang es den Saints nicht, die noch fehlenden drei Yards zu überbrücken. Eine Fünf-Yard-Strafe verhinderte dies, aber auch ein ausrutschender Full Back Mike Bell. Am Ende wurde Running Back Pierre Thomas beim vierten Versuch rund einen Meter vor der Endzone von der Abwehrmauer gestoppt! Die Colts konnten ihrerseits jedoch mit dem Spielgerät nur wenig anfangen; 35 Sekunden vor der Pause durfte Drew Brees an der Mittellinie nochmal ran. Und der 31-Jährige nutzte die wenige Zeit, um mit zwei schnellen Würfen auf Devery Henderson das zweite Field Goal durch Hartley zu ermöglichen (44 Yards). 16 Punkte in der Summe, das erwartete Offensivspektakel zwischen den beiden besten Teams der Saison war bis dato ausgeblieben.
Erst "The Who" und dann ein Paukenschlag
Nach der Halbzeit-Show mit den Legenden von "The Who" legten die Akteure im dritten Abschnitt ein deutlich höheres Tempo vor - ein Onside-Kick der Saints zum Beginn der zweiten Hälfte gab das Startsignal! Hartleys kurzer Risikokick landete beim eigenen Team, das damit gleich einmal loslegen konnte. Und dann fackelte Drew Brees nicht lange. Sechs Spielzüge benötigte er bis zur Endzone. Running Back Pierre Thomas fing einen kurzen Pass seines Spielmachers und vollendete per Hechtsprung zum 13:10 - die Saints führten! Aber nicht lange.
Die Quarterbacks im Vergleich
| Spieler | Passquote | Yards | Touchdowns | Interceptions |
|---|---|---|---|---|
| Peyton Manning (Colts) | 31 von 45 | 333 | 1 | 1 |
| Drew Brees (Saints) | 32 von 39 | 288 | 2 | 0 |
In kurzen Häppchen ging es übers Feld, bis Manning wieder einmal Dallas Clark anvisierte und der Tight End einen 27-Yard-Spielzug bis zur 20er-Marke trug. Nochmals Clark für elf und schließlich Joseph Addai aus vier Yards in die Endzone drehten den Spieß wieder um (17:13). Ein weiteres Hartley-Field-Goal (47) zum 16:17 aus Saints-Sicht schloss das Viertel ab und ließ einen spannenden Schlussabschnitt erwarten.
Und der sollte es auch werden. Zunächst verschoss Matt Stover für die Colts aus 51 Yards Entfernung und verpasste das 20:16. Danach übernahm der nun immer stärker werdende Brees das Kommando. In Hälfte zwei leistete er sich kaum noch Fehler, so auch bei diesem Drive. Sechs erfolgreiche Pässe in Folge bis zur Fünf-Yard-Linie, ein kurzer Lauf von Thomas und dann der Touchdown-Pass auf Tight End Jeremy Shockey. Der Mann aus Florida mit der langen, blonden Mähne ließ sich in der Heimat entsprechend feiern, die Zwei-Punkt-Conversion war erfolgreich und brachte die strategisch wichtige Sieben-Zähler-Führung (24:17). Die New Orleans Saints standen kurz vor dem ersten Titel der Vereinsgeschichte.
Manning musste reagieren. Vor einem Jahr hatte Ben Roethlisberger für Rekordmeister Pittsburgh in ähnlicher Situation geantwortet und den Arizona Cardinals den Premierentitel noch vor der Nase weggeschnappt. Diesmal also Manning. Nun ausschließlich mit Pässen. Bis zur 31-Yard-Linie der Saints ging alles gut. Doch dann die Interception! Tracy Porter schnitt in den Passweg und lief über 74 Yards zurück in die Colts-Endzone. 31:17! Und nur noch dreieinhalb Minuten. Ein letztes Aufbäumen der Colts brachte nicht den erhofften Lohn. Kurz vor der Endzone fanden die Manning-Pässe nicht mehr ins Ziel.
Am Ende holten sich die New Orleans Saints verdient ihren ersten Titel. Dem Team wie auch der vom Hurrikan heimgesuchten Stadt bedeutet dieser Triumph natürlich unermesslich viel. Mit langen und ausgiebigen Feiern in der US-Karnevalsmetropole ist zu rechnen. Glückwunsch, New Orleans!
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