3. Liga (D)

Anfang zu Dresdner Aufholjagd: "Dann passt auch so ein Tor"

Dynamo dreht ein 0:2 in einen Sieg

Anfang über Dresdner Aufholjagd: "Dann passt auch so ein Tor"

Durfte sich am Ende doch über einen Sieg freuen: Markus Anfang.

Durfte sich am Ende doch über einen Sieg freuen: Markus Anfang. IMAGO/Hentschel

Lange plätscherte die Partie am Sonntagnachmittag ohne große Aufreger vor sich hin, doch binnen weniger Minuten lag Dynamo Dresden gegen Osnabrück mit 0:2 zurück. Es war Verteidiger Michael Akoto selbst, der einen Klärungsversuch ins eigene Tor köpfte und so die Gäste aus Osnabrück in Führung brachte (36.). Tesche legte kurz darauf nach (39.) und sorgte für den Halbzeitstand. Die unglückliche erste Hälfte passte ins Bild bei den Sachsen, die sich nach den Krawallen beim Auswärtsspiel in Bayreuth in den letzten Tagen vor allem mit Themen neben dem Platz beschäftigen mussten. Die Störgeräusche schienen auch an der Mannschaft nicht unbeschadet vorbeigezogen zu sein.

Dresden dreht nach leiser "Halbzeitpredigt" auf

3. Liga, 11. Spieltag

Doch innerhalb von 45 Minuten krempelte der Zweitliga-Absteiger diesen Eindruck um. Mit einer Willensleistung, die der Zweitliga-Absteiger vom Anpfiff weg an den Tag legte, glich man binnen weniger Minuten aus (Arslan, 53.; Will, 57.) und ließ auch danach nicht locker. Und wie es im Fußball eben so oft läuft, war es ausgerechnet Unglücksrabe Akoto, der mit seiner Flanke auf Abwehrkollege Claudio Kammerknecht das Rudolf-Habig-Stadion zum Beben brachte. Der Innenverteidiger nahm den Ball technisch höchstanspruchsvoll mit der Hacke mit und lenkte ihn so zum Siegtreffer in die Maschen (73.). 

imago images 1015914623

Kammerknechts Hacke krönt irre Dresdner Aufholjagd

alle Videos in der Übersicht

Eine saftige Halbzeitansprache war für die Aufholjagd allerdings nicht nötig, schenkt man den Aussagen von Dresden-Coach Markus Anfang Glauben. Gegenüber "Magenta Sport" sprach der 48-Jährige lediglich von einer leisen "Halbzeitpredigt", viel anzusprechen sei demnach nicht nötig gewesen. "„Wir haben nur den letzten Ball nicht gut gespielt. Wir haben aber das Spiel komplett dominiert", schildert er seine Sicht auf die Leistung in Halbzeit eins, weshalb er "einfach" nur mitgegeben hat, "dass die Jungs so weiterspielen müssen". 

Und diese Forderung hat sein Team umgesetzt - mit Bravour! So durften die Dresdner am Ende den sechsten Saisonsieg feiern, mit dem sie Anschluss an die Aufstiegsplätze halten. "Dass wir das Spiel noch gedreht haben, das freut mich wahnsinnig. Das war in anderen Spielen nicht so", lobte er sein Team weiter.

Dass es eben im Vergleich zu vorherigen Partien geklappt hat, habe auch einen einfachen Grund: "Weil die Jungs ruhig geblieben sind, sich nicht unter Druck haben setzen lassen". Nach all dem "Spielwitz", Willen und der Geduld, die die Dresdner in der zweiten Hälfte an den Tag gelegt haben, "passt auch so ein Tor" wie das von Kammerknecht, fand Anfang.

kmx

Die Trainer der 3. Liga für die Saison 2022/23