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Chemnitzer FC: Grenze bei Tifferts Improvisations-Talent

Erste Zusagen für die neue Saison

Chemnitz: Tifferts Improvisations-Talent stößt an Grenzen

"Kein schlechtes, aber auch kein gutes Spiel": Chemnitz-Trainer Christian Tiffert ging mit gemischten Gefühlen aus der Partie gegen Cottbus.

"Kein schlechtes, aber auch kein gutes Spiel": Chemnitz-Trainer Christian Tiffert ging mit gemischten Gefühlen aus der Partie gegen Cottbus. IMAGO/Picture Point

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Drei Siege, ein Unentschieden, alle vier Partien ohne Gegentor - die Chemnitzer hatten einen Lauf. Am Samstag kam mit dem FC Energie Cottbus nicht nur ein Spitzenteam, sondern es kehrte auch das Pech aus der Hinrunde zurück. 

Kapitän Tobias Müller, Torjäger Dejan Bozic, Leon Damer und Niclas Erlbeck - gleich vier erkrankte Stammkräfte aus der zuletzt so erfolgreichen Mannschaft musste Trainer Christian Tiffert gegen die Lausitzer ersetzen. Roman Eppendorfer hatte wegen einer Prellung am Oberschenkel bereits das 0:0 beim Spitzenreiter Greifswald verpasst.

"Dann machen wir das, was wir kennen. Und das heißt improvisieren", meinte Tiffert vor dem Cottbus-Duell mit leichtem Galgenhumor. Bereits in der Hinrunde fehlten ihm Woche für Woche Spieler wegen Verletzungen oder Sperren, konnte er nie mit ein und derselben Start-Elf spielen.

Zunehmend wirkungsloser

Improvisieren - das gelang dem Chefcoach gegen Cottbus ganz gut. In der ersten Halbzeit war seine Mannschaft ein Gegner auf Augenhöhe. Stephan Mensah bereitete mit seiner starken Einzelaktion auf der linken Seite das 1:0 durch den Kopfball von Stanley Keller vor. In der 19. Minute zog Mensah selber ab und zwang Energie-Schlussmann Elias Bethke zur Parade. Die Offensivbemühungen der Sachsen wurden mit zunehmenden Spielverlauf allerdings immer wirkungsloser. Da fehlten Präzision und Power. Da waren die Gäste, die im Doppel-Torschützen Maximilian Krauß ihren besten Mann hatten, aus einem anderen Holz geschnitzt.

"Es war kein schlechtes, aber auch kein gutes Spiel von uns. In der zweiten Halbzeit war mir das bei meiner Mannschaft einen Tick zu behäbig. Da haben mir bei Ballbesitz Beschleunigung und Passqualität gefehlt", meinte Tiffert nach dem 1:4, der dritthöchsten Saison-Niederlage für sein Team. Zwei Treffer gingen auf die Kappe von Torwart David Wunsch, der kommentarlos in der Kabine verschwand.

21. SPIELTAG

Sind alle Spieler an Bord, können die Chemnitzer mit den Top-Teams der Liga mithalten. Fallen - wie schon beim 2:7 in Erfurt - einige erfahrene Akteure wie Tobias Müller oder Bozic aus, hat es die Mannschaft schwer, Tifferts Vorgaben umzusetzen. Das bleibt in dieser Saison ohne Folgen. Dank der eingangs erwähnten Serie von zehn Punkten aus vier Partien wird in Sachen Klassenerhalt nichts mehr anbrennen. Und der ist nach wie vor das erklärte Ziel des ehemaligen Drittligisten.

Der plant inzwischen schon das Team für die neue Saison. Routinier Robert Zickert und der mit viel Talent gesegnete Eppendorfer haben bereits neue Zweijahresverträge unterschrieben. Auch Kapitän Müller bleibt an Bord. "Ich bin seit sechs Jahren beim CFC und fühle mich hier heimisch. Die Menschen im Verein und in der Stadt geben mir extrem viel. Ich will weiter vorangehen und den jungen Spielern meine Erfahrungen weitergeben", betonte Müller, der ebenfalls bis 2026 verlängerte.

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