Torjägerkanone

Das 154-Tore-Trio: Fürderer und Co. zerschießen die 7. Liga

Torjägerkanone® für alle

Das 154-Tore-Trio: Fürderer und Co. zerschießen die 7. Liga

Dana Fürderer (am Ball) ist die treffsicherste Angreiferin Deutschlands.

Dana Fürderer (am Ball) ist die treffsicherste Angreiferin Deutschlands. Michael Werner

Torjägerkanone® für alle

Eine besondere Konstellation ergibt sich in dieser Saison in der 7. Liga der Frauen. Mit Dana Fürderer (64 Tore), Aysel Yasmin Gülmez (50) und Ricarda Camillus (40) sind im Ranking der "Torjägerkanone® für alle" gleich drei Spielerinnen aus derselben Mannschaft in den Top 10 vertreten. Der 155-Tore-Sturm ist in Oberhausen beheimatet, genauer gesagt beim Kreisligisten SC Glück-Auf Sterkrade.

Die große Krise

Die Leitwölfin des torhungrigen Rudels ist Dana Fürderer. Die 24-jährige Kinderkrankenschwester erzielte in 20 Spielen beeindruckende 64 Tore und hat im bundesweiten Rennen um die "Torjägerkanone® für alle" bislang die Nase vorn, Gülmez belegt Rang 6, Camillus Rang 10. Dennoch könnte man aktuell fast von einer Krise sprechen, die Fürderer und ihr Team durchleben. Beim 3:3 am vergangenen Spieltag gegen die TS Rahm ging Sterkrade nicht nur zum zweiten Mal überhaupt in dieser Saison nicht als Sieger vom Platz, auch die Top-Torjägerin blieb torlos. Ein seltenes Bild, das auch für Fürderer ungewohnt ist. "Rahm hatte gegen uns mehrere Spielerinnen aus dem Bezirksliga-Kader auf dem Feld. Ich bin irgendwie nicht so richtig ins Spiel gekommen", erklärt die Torgarantin, die immerhin einen Assist beisteuern konnte.

Bis auf die Leistungsdelle läuft es für die Landesliga-erfahrene Angreiferin in dieser Spielzeit aber glänzend. Alleine in diesem Kalenderjahr traf Fürderer 14-mal in nur vier Spielen, drei wenn man den torlosen Auftritt abzieht. "Ich bin sehr zufrieden damit, wie es aktuell läuft", lautet ihr Zwischenfazit.

Doch was ist das Geheimnis der besten Offensive Deutschlands? Fürderer, die trotz der Unmenge an Toren immer noch vor jedem Spiel hochgradig nervös ist, fasst sich kurz: "Harmonie" sei der Grund für die vielen Treffer. Mit Aysel Yasmin Gülmez sei im Sommer das letzte fehlende Puzzle-Teil zur Sterkrader Offensive gestoßen. Seitdem würde sich das technisch hoch veranlagte Trio entweder im Zusammenspiel, oder teilweise im Alleingang die Vielzahl an Toren erarbeiten. Ein Erfolgsrezept, das bislang in allen Punkten aufgeht.

Fauler Zehner, statt falsche Neun

Fürderer selbst beschreibt sich als vielseitige Angreiferin. "Beidfüßig und abschlussstark" wäre die Torjägerin, die sich auf der Zehn am wohlsten fühlt, nach eigenen Angaben. "Beim Kopfball bin ich aber komplett raus", gibt sie im gleichen Atemzug eine ihrer größten Schwächen preis. Ein weiteres Defizit ist die Laufbereitschaft: "Ich bin ein fauler Zehner und arbeite nicht so gerne gegen den Ball", lacht Fürderer. Bei 64 Toren in 20 Spielen wird es die Hintermannschaft ihr aber wohl verzeihen. Mit einem Torverhältnis von 204:14 stellt Sterkrade ohnehin die beste Offensive und Defensive der Liga.

Die vielen Tore hätten aber auch einen Nachteil. "Da muss man öfter zum Anstoßpunkt zurücklaufen", witzelt die sonst sehr bescheidene aber bekanntermaßen lauffaule Angreiferin. Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga wäre sie dieses Problem los. Ergebnisse wie das 21:0 vor wenigen Wochen, bei dem sie einen von ihren insgesamt drei Achterpacks in dieser Saison erzielte, dürften dann wohl kaum noch herausspringen.

Bis vor kurzem wusste Fürderer gar nichts von ihrer bundesweiten Dominanz in allen 7. Ligen der Frauen. Dass es eine Auszeichnung wie die "Torjägerkanone® für alle" für Amateuerspielerinnen und -spieler gibt, findet die 24-Jährige "mega cool" und sieht die Trophäe als "zusätzlichen Ansporn", der ihre Liste der Saisonziele um einen Punkt reicher macht. "Die beste Defensive, Aufsteiger und die Kanone - besser geht es nicht."

Lukas Karakas

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