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"Das tut weh": Aufarbeitung im ÖFB-Frauen-Team

Nach verpasster WM-Qualifikation

"Das tut weh": Aufarbeitung im ÖFB-Frauen-Team

ÖFB-Präsident Gerhard Milletich.

ÖFB-Präsident Gerhard Milletich. APA/Barbara Gindl

Österreichs Frauen-Nationalteam hat sich am männlichen Pendant ein negatives Beispiel genommen. Wie für David Alaba und Co. war auch für die Truppe von Teamchefin Irene Fuhrmann auf dem Weg zu einem WM-Ticket im Play-off Endstation. Nach der heurigen Männer-WM in Katar findet damit auch die Frauen-Endrunde 2023 in Australien und Neuseeland ohne ÖFB-Beteiligung statt. "Wir haben eine große Chance liegen gelassen. Das ist korrekt", sagte ÖFB-Präsident Gerhard Milletich.

Frauen-WM-Quali - Play-off

Der am Spieltag extra angereiste 66-Jährige hatte vor der mit 0:1 gegen Schottland verlorenen Partie der ersten Play-off-Runde im Hampden Park mit einer engen Sache samt positivem Ausgang gerechnet. Daraus wurde leider nichts. "Das Ergebnis war sicher enttäuschend, die Leistung auch nicht gut. Ich glaube, dass das Spiel nicht so gelaufen ist, wie wir es alle erwartet haben. Das tut weh", meinte der ÖFB-Chef. Deshalb alles schlecht reden, wollte er nicht. Ganz im Gegenteil. "Natürlich sollte man alles genau anschauen, aufarbeiten, analysieren. Aber nur weil ein Spiel nicht wunschgemäß gelaufen ist, darf nicht gleich alles in Frage gestellt werden. Denn wenn man so agiert, kommt man sicher nicht weit."

Fuhrmann genießt das volle Vertrauen, kein Wunder wenn man bedenkt, dass im Sommer mit dem Viertelfinaleinzug bei der EM ein sehr großer Erfolg erreicht wurde. Zudem darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass auch der Einzug ins WM-Play-off zuvor noch nie gelungen war. Deshalb war die ÖFB-Spitze auch in der Stunde des "Tiefschlags" nicht am Boden zerstört. "Was diese Mannschaft in diesem Jahr geleistet hat, ist enorm. Grundsätzlich überwiegt bei weitem die Freude und Zuversicht", betonte Milletich. Fuhrmann habe einen "großen Anteil" daran. Deshalb habe sie sich auch die Auszeichnung als Trainerpersönlichkeit des Jahres "ganz sicher verdient".

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Die Wienerin wirkte am Freitag schon nicht mehr so geknickt wie nach der Partie. Der Blick ist bereits nach vorne gerichtet. "Am Ende gilt es, so schnell wie möglich durch die Situation zu wachsen, die richtigen Lehren daraus zu ziehen und sich neue Ziele zu setzen", sagte Fuhrmann. Der Verband hofft im Jahr 2025 - der Gastgeber steht noch nicht fest - auf die dritte (erfolgreiche) EM-Teilnahme in Folge. Bis dahin vergeht viel Zeit. Statt auf die Premiere auf der WM-Bühne hinzufiebern, folgt nun vermutlich fast ein Jahr ohne Pflichtspiele.

Schwindendes Interesse befürchtet

Das ist alles andere als ideal. "Sicher wird das Interesse jetzt wieder ein bisschen nach unten gehen, aber wenn man die richtigen Schritte setzt wird sich das dann wieder verbessern können", blickte der ÖFB-Boss optimistisch nach vorne. Am Stellenwert des Frauenfußball innerhalb des ÖFB werde sich sicher nichts ändern. "Ganz im Gegenteil. Wir wollen das noch weiterentwickeln", versicherte Milletich. Dass das ohne WM-Teilnahme schwieriger ist, ist ihm vollauf bewusst. "Keine Frage, aber Tatsache ist, dass es nicht gelungen ist und jetzt müssen wir weiterschauen."

Zumindest aus finanzieller Sicht sind das keine so schlechten Nachrichten. Das drohende Interkontinental-Play-off in Neuseeland im Februar 2023 plus die Endrunde einige Monate später wären sehr kostenintensiv gewesen. Der ÖFB hätte sich das aber natürlich gerne geleistet, wäre damit doch auch ein weiterer Aufschwung für den Frauenfußball verbunden gewesen.

Damit es den gibt, muss vor allem auch die heimische Liga weiter attraktiviert werden. Ein gutes Zeichen ist, dass mit St. Pölten Österreichs Aushängeschild den Sprung in die Champions-League-Gruppenphase schaffte. Die "Königsklasse" ist auch jener Bewerb auf den viele ÖFB-Kickerinnen schnell den Fokus richten müssen, warten dort doch bald zahlreiche Highlight-Spiele. "Es wartet eine heiße Phase bis Dezember", sagte Arsenal-Torfrau Manuela Zinsberger.

apa

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