Nations League

Deschamps: "Uns fehlten Kraft, Energie und auch Charakter"

WM-Auftaktgegner Australien als gutes Omen?

Deschamps: "Uns fehlten Kraft, Energie und auch Charakter"

Frankreichs Didier Deschamps hat den Glauben an eine erfolgreiche Titelverteidigung nicht verloren.

Frankreichs Didier Deschamps hat den Glauben an eine erfolgreiche Titelverteidigung nicht verloren. IMAGO/NurPhoto

Vier Spiele, kein Sieg, zwei Heimniederlagen und lediglich drei Tore: Die Bilanz Frankreichs in der diesjährigen Nations League ist niederschmetternd, das Final Four bereits verspielt, in der Gruppe A1 droht dem Weltmeister und Titelverteidiger als Tabellenletztem gar der Abstieg.

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Deschamps: "Das muss man akzeptieren, auch wenn es weh tut"

Beim 0:1 am Montagabend im Stade de France gegen Kroatien blieb Frankreich erstmals seit 24 Spielen sogar ohne eigenen Treffer. "Uns fehlten Kraft, Energie und auch Charakter", analysierte Nationalcoach Didier Deschamps nach der zweiten Heimniederlage in Folge schonungslos. "Das muss man akzeptieren, auch wenn es weh tut." Und wenn man dem Trainer der Equipe Tricolore glauben schenken darf, galt diese Analyse auch für ihn selbst. "Ich spreche von den Spielern, aber ich schreibe es auch mir selbst zu: Ich hatte nicht die gewohnte Kraft und Energie, die ich ihnen vermitteln konnte", sagte er. Denn Deschamps hatte einen persönlichen Trauerfall zu bewältigen, im Trainingslager vor der Nations League erfuhr Frankreichs Nationalcoach vom Tod seines Vaters und fehlte deswegen auch im Auftaktspiel gegen Dänemark (1:2).

Dabei versuchte Deschamps gegen Kroatien sogar mit einer Systemumstellung, das Ruder noch herumzureißen und stellte vom anfänglichen 4-3-3 auf ein 4-4-2 um. Damit wollte er das "Spiel mehr in die Breite ziehen". Genutzt hat es letztendlich nichts, meistens entstand Gefahr nur durch Distanzschüsse, die der gut aufgelegte kroatische Schlussmann Ivica Ivusic aber allesamt entschärfen konnte. "Wir hatten sicherlich nicht die richtigen Mittel gegen die Kroaten", stellte ein ratlos wirkender Deschamps fest.

Doch obwohl das Glas derzeit "nur zu einem Viertel voll" sei, hat Deschamps den Glauben an eine erfolgreiche Titelverteidigung in Katar noch nicht verloren. "Ich bin nicht beunruhigt", versuchte Deschamps die wachsenden Zweifel der französischen Fans zu beruhigen. Zwar mache er sich Gedanken, Sorgen habe er aber nicht. Auch Kapitän Presnel Kimpembe gab sich alle Mühe, zu beschwichtigen. "Wir haben noch ein wenig Zeit, uns auf die WM vorzubereiten", sagte der PSG-Akteur.

Deschamps setzt auf den nun anstehenden Urlaub für seine Spieler, denen er einen "eklatanten Mangel an Frische" konstatierte. Nach den Ferien aber sei dann die Zeit der Ausreden vorbei. "Wir müssen in der neuen Saison viel mehr tun, um uns vorzubereiten."

Gutes Omen? Australien erneut WM-Auftaktgegner Frankreichs

Immerhin hatte die Nacht auf Mittwoch dann auch noch eine "gute Nachricht" für die Bleus parat. Denn Australien setzte sich nahezu parallel im WM-Play-off-Spiel mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen Peru durch und wird damit am 22. November der erste Gegner Frankreichs bei der WM 2022 sein. Bereits 2018 waren die Socceroos der Auftaktgegner Frankreichs - und das Ende ist bekannt. Ein gutes Omen also für Frankreich? "Wir haben sie natürlich beobachtet", sagte Deschamps, "aber jetzt ist noch nicht die Zeit, um an den November zu denken."

jer