2. Bundesliga (D)

Torjägerkanone: Glatzel und Tzolis holen Tabakovic ein

Hertha-Stürmer lag vor dem Finale noch deutlich vorn

Drei Torjägerkanonen: Glatzel und Tzolis holen Tabakovic spektakulär ein

Sie wissen, wo das Tor steht: Robert Glatzel, Christos Tzolis, Haris Tabakovic (v. li.).

Sie wissen, wo das Tor steht: Robert Glatzel, Christos Tzolis, Haris Tabakovic (v. li.). imago images

Das insgesamt schwache Abschneiden von Absteiger Hertha BSC in der gerade zu Ende gegangenen Saison lag beileibe nicht an einer schwachen Offensive. Die war schließlich mit 69 erzielten Treffern nach Düsseldorf (72) die zweitbeste der Liga. Großen Anteil daran hatte auch Haris Tabakovic, der mit 22 Toren fast ein Drittel aller Berliner Tore erzielt hat. Der 29-Jährige gewinnt damit die kicker-Torjägerkanone im Unterhaus.

Aber eben nur eine - von dreien. Denn beide ärgsten Verfolger, Robert Glatzel und Christos Tzolis, schafften das Kunststück, ihr Konto am letzten Spieltag jeweils mit einem Dreierpack von 19 auf 22 Treffer aufzustocken - und den Herthaner somit noch einzuholen. Glatzel machte beim 4:1 des Hamburger SV über den 1. FC Nürnberg den Unterschied, Tzolis besorgte den 3:2-Erfolg von Fortuna Düsseldorf über den 1. FC Magdeburg gar im Alleingang. Damit erhalten alle drei jeweils eine kicker-Torjägerkanone.

"Ein sehr bitterer Spieltag", befand Tabakovic ehrlich. "Wenn man hier verliert, ist das bitter für uns. Drüben schießen die zwei noch einen Hattrick. Ich muss den beiden Respekt aber zollen, es war die ganze Saison lang ein Kampf." Er sei in der Halbzeit informiert worden, dass seine Konkurrenten schon jeweils doppelt getroffen hatten.

Tabakovic spielt wichtige Rolle in Herthas Planungen

Eine solche Konstellation zum Schluss hatte es in der Geschichte der 2. Bundesliga bisher dreimal gegeben: 2008/09 mit Benjamin Auer, Cedrick Makiadi und Marek Mintal (alle 16 Tore) sowie 2011/12 mit Alex Meier, Olivier Occean und Nick Proschwitz (alle 17 Tore, damals aber jeweils noch ohne Zweitliga-Kanone).

Wie geht es nun für die drei aktuellen Top-Torjäger weiter? Der in der Schweiz geborene Bosnier Tabakovic kam im Sommer dank einer Ausstiegsklausel für 500.000 Euro von Austria Wien und schlug sofort ein. Nach kurzer Eingewöhnungsphase schnürte er am dritten Spieltag beim 5:0 gegen Fürth einen Doppelpack, legte beim 4:6 in Magdeburg gleich den nächsten hinterher und steigerte sich beim 3:0 gegen Braunschweig, als er alle Berliner Treffer markierte.

Bei Hertha hat er noch einen bis 2026 gültigen Vertrag, dürfte zweifellos in den Planungen für die kommende Saison eine wichtige Rolle spielen. Aber Hertha ist klamm - und ein Stürmer, der regelmäßig trifft, begehrt. Auch deshalb sagte der scheidende Hertha-Coach Pal Dardai Anfang Mai mit Blick auf Tabakovic, dass er zwar glaube, dass der Stürmer nicht die Absicht habe, "von hier wegzugehen, aber am Ende spielt auch das Geld eine Rolle. Wenn jemand kommt und 30 Millionen für Haris bietet, dann müssen wir reden". Der Stürmer selbst wollte sich am Sonntag nicht zu dem Thema äußern.

Auch Zukunft von Glatzel und Tzolis offen

Glatzel steht ebenfalls vor der Zukunftsfrage. Es droht ein Szenario wie in den beiden Jahren zuvor. Der 30-Jährige hat eine Ausstiegsklausel, dieses Mal liegt die festgeschriebene Summe bei 2,3 Millionen Euro. Konkrete Offerten aus dem Oberhaus wird es auch dieses Mal geben. Seine Torquote und der Markt, der sich daraus für ihn ergibt, sprechen für einen Wechsel im dritten Anlauf.

Und Tzolis? Der Grieche hat nun mit der Fortuna erst einmal die Relegation gegen den VfL Bochum vor der Brust. Vor dieser Saison kam er auf Leihbasis von Norwich City. Zwischenzeitlich starteten die Düsseldorfer Fans sogar einen Spendenaufruf, damit die Fortuna den 22-Jährigen für die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro fest verpflichten kann. Realistisch? Eher nicht - maximal als Bundesligist.

drm, pab

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