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WM 2022: Das skurrile Schicksal von Vahid Halilhodzic

"Ich werde kein einziges WM-Spiel gucken"

Dreimal vor der WM entlassen: Das skurrile Halilhodzic-Schicksal

Tragisches Schicksal: Vahid Halilhodzic verpasst schon wieder eine WM, für die er sich qualifiziert hat. 

Tragisches Schicksal: Vahid Halilhodzic verpasst schon wieder eine WM, für die er sich qualifiziert hat.  Getty Images

"Ich werde kein einziges WM-Spiel gucken", sagt Vahid Halilhodzic verbittert. "Und ich werde mir mit Sicherheit nicht Kroatien gegen Marokko anschauen. Das steht für mich außer Frage. Niemals! Das wäre zu schmerzhaft für mich", erklärte der 70 Jahre alte Trainer gegenüber der kroatischen Zeitung "Sportske novosti".

Am Mittwoch (11 Uhr, LIVE! bei kicker) startet die marokkanische Nationalmannschaft ins Turnier - die Mannschaft, die Halilhodzic zur WM geführt hat. Die er aber bei der WM nicht betreuen wird, weil er gut drei Monate vor WM-Start entlassen wurde. Schon wieder.

Bereits zum vierten Mal hat sich der bosnische Trainer mit einer Nationalmannschaft für eine Endrunde qualifiziert - und zum dritten Mal wurde er noch vor dem WM-Start entlassen.

Machtkampf mit Mazraoui und Ziyech verloren

2010 führte er die Elfenbeinküste souverän zur WM in Südafrika, musste aber knapp vier Monate zuvor gehen, nachdem er im Viertelfinale des Afrika-Cups durch ein 2:3 gegen Algerien ausgeschieden war - der ersten und einzigen Niederlage seiner zweijährigen Amtszeit. 2018 ereilte ihn dasselbe Schicksal als Trainer von Japan, diesmal sogar nur etwa zwei Monate vor dem Turnierstart in Russland. Grund soll damals neben schlechten Testspiel-Ergebnissen auch der autoritäre Führungsstil von Halilhodzic gewesen sein. 

Dieser wurde dem 70-Jährigen nun in Marokko erneut zum Verhängnis. 2019 hatte er die "Löwen vom Atlas" übernommen, die Qualifikation für die WM gelang ohne Niederlage. Allerdings hatte er sich mit Bayern-Profi Noussair Mazraoui und Chelsea-Star Hakim Ziyech angelegt, beide aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen - und den Machtkampf schließlich verloren. Der Verband gab als Grund für die Trennung Meinungsverschiedenheiten über eine angemessene Turniervorbereitung an. Stattdessen werden die Marokkaner von Walid Regragui betreut.

"Ich hatte gehofft, mit Marokko den Erfolg wiederholen zu können, den ich mit Algerien bei der WM 2014 hatte", klagte der Bosnier im Zeitungs-Interview. "Aber das wurde mir durch die Entscheidung einiger Leute unmöglich gemacht." 2014 nämlich hatte er zum einzigen Mal ein Team auch bei der Endrunde betreuen dürfen, nachdem er die Qualifikation geschafft hatte. Mit Algerien qualifizierte er sich überraschend für das Achtelfinale, wo das Aus gegen den späteren Weltmeister Deutschland erst in der Verlängerung erfolgte.

mib

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