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EM-Debütanten: Welche ÖFB-Profis sind zum ersten Mal bei einer EURO?

Wer hat den Sprung geschafft?

EM-Debütanten: Welche ÖFB-Profis sind zum ersten Mal bei einer EURO?

Der Großteil des ÖFB-Kaders wird erstmals eine EM miterleben.

Der Großteil des ÖFB-Kaders wird erstmals eine EM miterleben. GEPA pictures

Für Stefan Lainer, Thierno Ballo und Tobias Lawal ist der EM-Traum nur knapp vor Turnierstart doch noch geplatzt. Das Trio schaffte es nicht in den endgültigen ÖFB-Team-Kader für das Großevent in Deutschland und wird die Europameisterschaft vom Fernseher aus verfolgen müssen. Doch für 26 andere Profis, die sich in einer Hammer-Gruppe mit Frankreich, den Niederlanden und Polen beweisen wollen und dabei versuchen, nach 2021 wieder die K.o.-Phase zu erreichen, geht es nun erst so richtig los. Mit Kapitän David Alaba, Mittelfeldass Xaver Schlager und Sturmspitze Sasa Kalajdzic fehlen zwar drei wichtige Profis, die bei der vergangenen EURO dabei waren, verletzungsbedingt, dennoch kann Teamchef Ralf Ranngick auf einen erfahrenen Kader beim Großturnier zurückgreifen.

EURO 2024 - Gruppenphase

Es finden sich in der ÖFB-Auswahl aber auch reichlich Neulinge, die sich zum ersten Mal in ihrer Karriere bei einer Europameisterschaft präsentieren können. Darunter befinden sich nicht nur Jungspunde, sondern auch routinierte Kräfte, die es im Herbst ihrer Laufbahn noch einmal auf die große Bühne geschafft haben. Der kicker hat sich die österreichischen EM-Debütanten und deren Weg zum Großturnier angesehen.

Andreas Weimann

Nach Marko Arnautovic (35) und Heinz Lindner (33) ist der West-Bromwich-Legionär der drittälteste Spieler im Kader von Ralf Rangnick. Der 32-jährige Offensivmann kann bislang 24 Länderspiele aufweisen und zählt zu den erfahrensten Spielern in der österreichischen Mannschaft. Der Stürmer erzielte aber erst in seinem 18. Länderspiel sein erstes Tor im Nationalteam und legte im März beim 2:0-Sieg über die Slowakei mit seinem zweiten Treffer nach. Zuletzt kam er bei seinem Leihklub aber nicht mehr wirklich zum Einsatz, schaffte es in den letzten beiden Ligapartien nicht in den Spieltagskader und kam im Aufstiegs-Play-off nur zu einem Kurzeinsatz im Rückspiel. Für einen Platz im ÖFB-Team reichte es dennoch für den gebürtigen Wiener, der nun auch erstmals bei einer Europameisterschaft dabei sein wird.

Patrick Pentz

Auch für Österreichs voraussichtliche Nummer 1 ist es mit bereits 27 Jahren die erste EM. Fünf Einsätze kann der gebürtige Salzburger, der aufgrund einer Verletzung von Salzburg-Keeper Alexander Schlager wieder in die erste Reihe gerückt ist, bislang für das österreichische Nationalteam aufweisen. Nach einer schwierigen Zeit in Frankreich und als Nummer zwei in Deutschland bei Doublesieger Bayer Leverkusen konnte sich der ehemalige Austria-Wien-Torhüter bei Leihklub Brönby IF direkt einen Stammplatz erarbeiten und überzeugte dort wieder mit konstanten Leistungen. Mit 35 Gegentoren erhielt der gebürtige Salzburger die zweitwenigsten aller Mannschaften und verpasste mit seinem Team nur hauchdünn in einem dramatischen Saison-Finish den Meistertitel.

Kevin Danso

Nach der Verletzung von Kapitän David Alaba ist Kevin Danso zum Abwehrchef im ÖFB-Team gereift. Der 25-jährige Defensivspieler vom französischen Erstligisten RC Lens zählt zu den Fixpunkten unter Ralf Rangnick und steht mittlerweile schon bei 18 Länderspielen. Einen EM-Einsatz hat der 1,90-Meter große Innenverteidiger aber bislang noch nicht in seiner Vita stehen. Mit 141 Erstligaspielen in Frankreich und Deutschland sowie sechs Champions-League-Partien bringt Danso aber reichlich internationale Erfahrung zum Großereignis im Nachbarland mit, wo er mit seinen Teamkollegen für eine sattelfeste Abwehrreihe sorgen soll.

Maximilian Wöber

Auch für Maximilian Wöber reichte es bislang noch zu keinem EM-Spiel. Der gebürtige Wiener hat zwar bereits 25 Spiele für das ÖFB-Team absolviert und zählte in der EM-Qualifikation zu den zentralen Stützen, nun kann der ehemalige Rapid- und Salzburg-Profi wirkliche EURO-Luft schnuppern. Mit 27 Pflichtspielen für Leihklub Borussia Mönchengladbach kommt Wöber mit reichlich Spielpraxis zum Turnier, allerdings verpasste er aufgrund eines Muskelfaserrisses die letzten vier Ligaspiele für seinen Klub. Zum Turnierstart ist der 26-Jährige aber rechtzeitig wieder fit und stand beim 2:1-Testspielsieg gegen Serbien bereits 61 Minuten und beim 1:1 gegen die Schweiz 23 Minuten auf dem Platz.

Philipp Mwene

Bei der vergangenen EM 2021 fand sich Philipp Mwene zumindest schon auf der Abrufliste wieder. Ein Einsatz bei einer Europameisterschaft fehlt dem Mainz-Legionär aber noch, der sich in den vergangenen ÖFB-Spielen unter Teamchef Ralf Rangnick als gute Alternative für die linke Abwehrseite präsentiert hat. Im Test gegen Serbien bekam noch Sturms Doublesieger Alexander Prass den Vorzug gegenüber dem 30-Jährigen, beim Unentschieden gegen die Schweiz stand er aber wieder über die volle Spieldistanz links hinten auf dem Platz. Bei seinem Klub zählte der erfahrene Profi in der abgelaufenen Saison zum Stammpersonal. Nun darf sich der gebürtige Wiener auch erstmals bei einer EURO präsentieren.

Nicolas Seiwald

Auch Ralf Rangnicks "Musterschüler" wird heuer zum ersten Mal einer Europameisterschaft beiwohnen. Berechtigterweise muss man aber festhalten, dass der aktuelle Leipzig-Spieler bei der letzten EM erst 15 Bundesligaspiele in den Beinen hatte und in weiterer Folge nach einem eroberten Stammplatz bei Red Bull Salzburg im November 2021 sein Debüt für das österreichische Nationalteam gab. Drei Jahre später zählt der Kuchler zu den fixen Größen im österreichischen Kader und stand in den vergangenen 15 Spielen jeweils über die volle Spieldistanz auf dem Platz. Nur in zwei seiner bisherigen 22 Partien für das ÖFB-Team absolvierte Seiwald nicht die vollen 90 Minuten. Im zentralen Mittelfeld gibt es am 23-Jährigen, der keine einfache Debütsaison in Deutschland be RB Leipzig hinter sich hat, kein Vorbeikommen.

Romano Schmid

Der Bremen-Spielmacher feierte sein Debüt für das österreichische Nationalteam unter Ralf Rangnick bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich. Seitdem sind acht weitere dazugekommen. Für seinen Klub Werder Bremen sammelte der gebürtige Grazer in 33 Bundesligaspielen elf Scorerpunkte und schaffte den Sprung in den endgültigen 26-Mann-Kader. Im Nationalteamdress wartet der 24-Jährige noch auf seinen ersten Treffer, zuletzt gegen Serbien (2:1) und die Schweiz (1:1) stand er jeweils in der Startelf.

Gernot Trauner

Der gebürtige Linzer hat zwar schon 32 Jahre am Buckel, einen EM-Einsatz kann der Feyenoord-Kapitän aber noch nicht vorweisen. Im Herbst seiner Karriere geht es für den elffachen ÖFB-Teamspieler nun doch noch auf die große Bühne, wo er sich nach einem starken Auftritt im Testspiel gegen die Schweiz (1:1) mit einer überzeugenden Vorstellung für einen Platz in der Startelf beworben hat. Der routinierte Abwehrspieler hatte in dieser Saison aber mehrmals mit Verletzungen zu kämpfen und brachte es auch deshalb nur auf 27 Pflichtspiele für seinen Klub in drei Bewerben. Allerdings gingen sich vier Champions-League-Spiele für Trauner aus, der erstmals in der Königsklasse aufspielen durfte.

Florian Kainz

Auch der Kapitän des 1. FC Köln, der mit seinem Klub den Abstieg aus der deutschen Bundesliga verkraften musste, zählt mit 31 Jahren zwar zu den routiniertesten Profis im ÖFB-Kader, durfte aber ebenfalls noch nie zuvor EM-Luft schnuppern. Trotz einer zähen Saison (kicker-Durchschnittsnote 4,20) steht der Steirer im endgültigen EM-Kader von Österreich. 28 Mal durfte er bereits für das ÖFB-Team auflaufen, beim 1:1 gegen die Schweiz konnte er links im Mittelfeld überzeugen und den Führungstreffer von Christoph Baumgartner vorbereiten.

Alexander Prass

Ebenfalls auf der linken Seite zuhause ist Alexander Prass, der nach dem Doublesieg mit seinem Klub Sturm Graz reichlich Motivation und Selbstvertrauen zum Großturnier nach Deutschland mitbringt. Beim 2:1-Sieg gegen Serbien stellte der 23-jährige Flügelspieler auch seine Defensivqualitäten unter Beweis und überzeugte links hinten in der Viererkette. Insgesamt steht Prass erst bei fünf Länderspielen für das österreichische Nationalteam und zählt damit noch zu den Kücken im Team. Bei seinem Stammklub Sturm zählt er seit drei Jahren zum klaren Stammpersonal.

Patrick Wimmer

Auf der gegenüberliegenden Seite macht Wolfsburg-Legionär Patrick Wimmer seine Meter und absolvierte bereits zwölf Partien für das österreichische Nationalteam. Gegen Serbien konnte der ehemalige Austria-Wien-Profi mit dem 1:0-Führungstreffer sein Debüttor für Rot-Weiß-Rot bejubeln, beim 1:1-Unentschieden gegen die Schweiz wurde er zur Halbzeit eingetauscht. Nun wurde der 23-jährige Tullner mit einem Platz im EM-Kader belohnt und darf auf Einsätze beim Großturnier in Deutschland hoffen.

Marco Grüll

Der Sprung in den endgültigen EM-Kader ist für Marco Grüll der Abschluss einer starken Saison. Mit 13 Treffern zählte er zu den erfolgreichsten Torschützen in der Bundesliga und brachte es in 29 Ligapartien auf beeindruckende 20 Scorerpunkte. Mit einer Durchschnittsnote von 2,78 zählte er auch beim kicker zu den bestbewerteten Profis und fand sich in der Elf der Saison wieder. Im Sommer geht es nach drei Jahren in Wien-Hütteldorf nach Deutschland zu Werder Bremen, wo er auf ÖFB-Teamkollege Romano Schmid treffen wird.

Die ÖFB-Noten zum Unentschieden in der Schweiz

Matthias Seidl, Niklas Hedl, Leopold Querfeld

Mit Matthias Seidl, Niklas Hedl und Leopold Querfeld schafften es drei weitere Rapid-Profis in den endgültigen EM-Kader und dürfen von einem Einsatz in Deutschland träumen. Für Spielmacher Seidl ist es die Krönung einer starken Debütsaison im Westen Wiens, wo er sich nicht nur auf Anhieb einen Stammplatz erarbeitete, sondern auch ins Radar von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick geriet, der ihm bisher drei Länderspieleinsätze ermöglichte. Torhüter Hedl konnte sich letztendlich gegen LASK-Keeper Tobias Lawal durchsetzen und wird wie sein Kollege Leopold Querfeld beim Großereignis im Nachbarland dabei sein. Während Hedl erst einen Einsatz im ÖFB-Dress vorweisen kann, durfte Kollege Querfeld schon zweimal ran. Bei seinem Kurzeinsatz beim 2:1-Sieg gegen Serbien bot der Defensivspieler eine souveräne Vorstellung und wurde dafür mit Lob überhäuft.

Flavius Daniliuc

Auch Salzburg-Leihgabe Flavius Daniliuc konnte ein EM-Ticket ergattern. Der 23-jährige Wiener profitierte dabei auch von seiner Flexibilität, kann er in der Defensive doch sowohl in der Zentrale als auch auf der rechten Abwehrseite eingesetzt werden und bietet ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick damit einige Optionen. Nach seinem Wechsel im Winter zum entthronten Meister stand der dreifache Nationalspieler in zwölf Pflichtspielen auf dem Platz und kam wieder regelmäßig zum Einsatz. Zuletzt durfte er beim Test gegen die Schweiz (1:1) über 45 Minuten ran.

Maximilian Entrup

Die wohl größte Überraschung im ÖFB-EM-Kader ist Maximilian Entrup. Der Hartberg-Angreifer wechselte erst im vergangenen Sommer aus der dritten Liga in die Bundesliga und schlug dort auf Anhieb ein. Zwölf Tore in 24 Ligaspielen sind eine ordentliche Marke, weswegen ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick auf den gebürtigen Wiener aufmerksam wurde und ihm am 21. November 2023 beim 2:0-Testspielsieg über Deutschland sein Länderspieldebüt ermöglichte. Seitdem kamen zwei weitere Einsätze hinzu, beim 6:1-Erfolg gegen die Türkei Ende März durfte er in seinem zweiten Spiel für das Nationalteam bereits über seinen ersten Treffer jubeln. Nach dem Ausfall von Sasa Kalajdzic ist er neben Marko Arnautovic und Michael Gregoritsch einer von drei Mittelstürmern, weshalb der 26-Jährige durchaus mit Einsatzzeiten beim Großevent in Deutschland rechnen darf.

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