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Doans Geniestreich beim Testspiel-Spektakel

Auch Gregoritsch feiert beim 4:3 gegen St. Gallen seine SC-Premiere

Doans Geniestreich beim Testspiel-Spektakel

Kunstschuss zum 3:3: Freiburgs Neu-Verpflichtung Ritsu Doan bei seinem Premierentreffer gegen St. Gallen.

Kunstschuss zum 3:3: Freiburgs Neu-Verpflichtung Ritsu Doan bei seinem Premierentreffer gegen St. Gallen. IMAGO/Eibner

Aus dem Freiburger Trainingslager in Schruns berichtet Thiemo Müller

Hohe Intensität, zahlreiche Strafraumszenen, und sieben teils spektakuläre Tore machten den zweistündigen Test zwischen Freiburg und St. Gallen für die rund 1000 Zuschauer im Stadion in Schruns zu einer kurzweiligen Veranstaltung. Der erst am Vortag verpflichtete Neuzugang Michael Gregoritsch gab ein solides Debüt im SC-Trikot. In den zweiten 60 Minuten feierte Ritsu Doan mit einem Klasse-Treffer eine erst Recht gelungene Premiere. Nach der ersten Hälfte hatte SC-Coach Christian Streich komplett durchgewechselt. In Person von Daniel-Kofi Kyereh fehlte Neuzugang Nummer drei ebenso wie Keeper Mark Flekken aus Gründen der "Belastungssteuerung".

Tore und Karten

1:0 Schmid (2')

1:1 von Moos (13')

SC Freiburg
Freiburg

Atubolu - Siquet , Lienhart , Gulde , Günter - Keitel , Höfler , Schmid , Weißhaupt , Grifo - Vermeij

FC St. Gallen
St. Gallen

Ati Zigi - Stergiou, Stillhart, Maglica, Schmidt - Quintilla, L. Görtler, Schneider, Ruiz - von Moos , Guillemenot

"Ein sehr gutes Spiel für mich, nicht nur wegen des Tores", bilanzierte Doan hinterher. "Das Wichtigste war, mit meinen Teamkollegen auf dem Platz zu stehen, ein Gefühl für diese tolle Mannschaft zu bekommen. Trainer und Mitspieler haben sehr viel mit mir gesprochen, mir viel Selbstvertrauen gegeben." Streich lobte Doan ebenfalls nicht allein für dessen Treffer: "Man hat gesehen, dass er sehr beweglich ist und unberechenbar." Generell zog der Fußballlehrer dieses Fazit zum Spiel: "Es gab Dinge, mit denen ich zufrieden war. Und Dinge, mit denen ich weniger zufrieden war. Aber das ist normal zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung."

SC in der ersten halben Stunde überfordert

Der Schweizer Erstligist, der bereits am kommenden Wochenende in den Punktspielbetrieb startet, war den Breisgauern in der Vorbereitung rund zwei Wochen voraus - was sich vor allem in den ersten 30 Minuten überaus deutlich bemerkbar machte. In dieser Phase war Freiburg von Tempo, Intensität und Ballsicherheit der vom Deutschen Peter Zeidler trainierten St. Galler sichtlich überfordert. Trotz der frühen Führung, die Jonathan Schmid nach starkem Zuspiel von Grifo mit einem Lupfer über Keeper Ati Zigi sehenswert erzielt hatte.

Tödlicher Ballverlust von Youngster Keitel

In der Folge dominierte aber das Zeidler-Team fast nach Belieben. Mit unnachgiebigem Pressing brachten die Schweizer selbst Routiniers wie Höfler oder Grifo immer wieder ins Schwimmen. Den tödlichen Ballverlust leistete sich dann Youngster Yannick Keitel unmittelbar vorm eigenen Strafraum. Julian von Moos hatte freie Bahn zum Ausgleich. Beim 1:2 kam dann Rechtsverteidiger Hugo Siquet in letzter Konsequenz zu spät gegen Guindo, nachdem sich St. Gallen wieder einmal schnell durchs Mittelfeld kombiniert hatte. Freiburger Nadelstiche blieben harmlos, Mittelstürmer Vincent Vermeij hing weitestgehend in der Luft und konnte sich auch selbst kaum in Szene setzen.

Mehr Präsenz dank Gregoritsch

Mit der Einwechslung von Michael Gregoritsch für Vermeij gewann der Bundesligist dann ab Minute 31 mehr Präsenz im vorderen Drittel. Auch weil Top-Talent Noah Weißhaupt als hängender Angreifer nun mehr Elan entwickelte, Schmid entschlossener mit ganz nach vorne stieß - und St. Gallen ein wenig das Tempo drosselte. Nach einem großartigen Grifo-Freistoß, den Ati Zigi gerade noch an den Pfosten lenken konnte, staubte Innenverteidiger Manuel Gulde zum 2:2 ab. Dieses Resultat hatte auch nach einer Stunde Bestand, freilich schmeichelhaft für den SC. Auch weil Siquet vom völlig freistehenden Görtler auf der Linie angeschossen wurde.

Aktivposten Höler mit dem verdienten Siegtreffer

In den zweiten 60 Minuten gelang dann St. Gallen der Blitzstart: Fabian Schubert donnerte den Ball nach einem schulmäßigen Schnittstellen-Pass millimetergenau unter die Latte. Gerade als die Partie etwas zu verflachen drohte, setzte Doan das nächste Higlight. Sein ansatzloser Linksschuss zum 3:3 hatte etwas von einem Geniestreich. In der letzten halben Stunde verbuchte der SC dann deutliche Vorteile und bestimmte den Rhythmus gegen den jetzt nach vielen Wechseln eindeutig geschwächten Konkurrenten. Aktivposten Lucas Höler hatte gleich dreimal die Freiburger Führung auf dem Fuß, Nils Petersen scheiterte an der Latte. Im vierten Anlauf war Höler schließlich erfolgreich, sicherte aus kurzer Distanz den zu diesem Zeitpunkt dann auch absolut verdienten Sieg.