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Für mehr Spielzeit: Ex-Torschützenkönigin Billa wechselt nach Köln

Nach neun Jahren in Hoffenheim

Für mehr Spielzeit: Ex-Torschützenkönigin Billa wechselt nach Köln

Auf dem Weg Richtung Norden: Nicole Billa.

Auf dem Weg Richtung Norden: Nicole Billa. IMAGO/foto2press

Zuletzt waren ihre Spielanteile von Jahr zu Jahr weniger geworden: In dieser Saison durfte Nicole Billa bisher fünfmal starten und nie über die volle Distanz auf dem Platz stehen, erzielte dabei drei Tore. Zu ihren besten Zeiten war das noch ganz anders.

Weil die Österreicherin aber erst 28 Jahre alt ist und wieder an frühere Leistungen anknüpfen will, hat sie sich für den Sommer zum Tapetenwechsel entschieden. Der 1. FC Köln gab am Dienstagvormittag die Verpflichtung der Stürmerin bis 2026 bekannt.

    TSG-Spiel war früher komplett auf Billa zugeschnitten

    "Wir sind glücklich, dass wir mit Nicole Billa eine der Topstürmerinnen der Bundesliga verpflichten konnten", sagte Nicole Bender-Rummler, Bereichsleiterin Frauen- und Mädchenfußball beim FC: "Sie hat in ihrer Karriere eine beeindruckende Torquote vorzuweisen, besitzt einen sehr starken Torabschluss und wird auf und neben dem Platz ein Gewinn für unsere Mannschaft sein."

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    "Ich hatte Bock, etwas Neues zu machen", ließ sich Billa in der Pressemitteilung zitieren. "Der Klub hat ein großes Potenzial und ich möchte bei der Weiterentwicklung in den kommenden Jahren mithelfen."

    Billa war in der Saison 2020/21 dank 23 Toren aus 21 Spielen zur Bundesliga-Torschützenkönigin gekrönt worden. Mit 13 Toren aus fünf aufeinanderfolgenden Partien schoss sie sich zwischenzeitlich in einen Rausch - das Spiel der TSG war auch komplett auf die so abschlussstarke Angreiferin zugeschnitten.

    Keine Kölner Offensivspielerin hat mehr als drei Tore

    Folgerichtig wurde sie im Sommer 2021 als Fußballerin des Jahres in Deutschland ausgezeichnet, ebenso übrigens mit dem gleichem Titel in Österreich. Weil seitdem aber Einsatzzeiten und Torquoten sanken, hatte sich angedeutet, dass der in diesem Sommer auslaufende Vertrag nicht verlängert würde. Von "intensiven Gesprächen" hatte Hoffenheims Trainer Stephan Lerch zuletzt berichtet.

    "Insbesondere im vergangenen Jahr musste sie sich sportlich mit einer neuen Situation arrangieren, dabei hat sie aber nie ihren positiven Einfluss auf die Mannschaft und das gesamte Vereinsumfeld verloren", bilanziert Ralf Zwanziger, Abteilungsleiter Frauenfußball bei den Kraichgauern.

    Für alle Seiten könnte der Transfer aufgehen: Schließlich haben die Kölnerinnen besonders im Angriff dringenden Bedarf. Keine Offensivspielerin im Kader erzielte in der laufenden Saison mehr als drei Tore: Nur Marleen Schimmer und Sharon Beck erreichten diese Zahl. Linksverteidigerin Martyna Wiankowska steht zwar bei vier Treffern, davon drei allerdings vom Strafstoßpunkt.

    pab

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