Olympia

Große Bilanz: Die deutschen Medaillen in Peking nach Sportarten

Zwölf Gold, zehn Silber und vier Bronze

Große Bilanz: Die deutschen Medaillen in Peking nach Sportarten

Natalie Geisenberger, Johannes Ludwig, Tobias Wendl und Tobias Arlt.

Natalie Geisenberger, Johannes Ludwig, Tobias Wendl und Tobias Arlt. China News Service via Getty Images

Die Abteilung Bob, Rodeln und Skeleton hat die deutsche Mannschaft in Peking zu ihrem drittbesten Ergebnis in der Geschichte Olympischer Winterspiele geführt. Im Yangqing Sliding Centre gewannen Francesco Friedrich, Natalie Geisenberger und Co. neunmal Gold, sechsmal Silber und einmal Bronze und damit rund 60 Prozent aller deutschen Medaillen.

Das "Team D" kam in den 109 Entscheidungen in Peking auf zwölf Gold, zehn Silber und fünf Bronze und belegte damit den zweiten Platz hinter Norwegen, das mit 16 Gold, 8 Silber und 13 Bronze für einen olympischen Rekord sorgte.

Deutschland hatte bei den zuvor 23 Winterspielen nur zweimal besser abgeschnitten: 2002 in Salt Lake City (12-16-8) und 2018 in Pyeongchang (14-10-7), jeweils als Zweiter hinter Norwegen.

1. Rodeln (4 Gold, 2 Silber)

Vier Rennen, vier Siege - dazu zwei Mal Silber: Viel mehr ging nicht für die deutschen Rodler. Johannes Ludwig, Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt lieferten mit ihren Goldmedaillen auf den Punkt ab. Eine derartige Dominanz war angesichts der Weltcup-Ergebnisse nicht zu erwarten gewesen.

2. Bob (3 Gold, 3 Silber, 1 Bronze)

Nicht makellos wie die Rodler und trotzdem so gut wie nie. Auch dank überlegenem Material feierten die deutschen Bobs historische Erfolge: Dreifachsieg im Zweier der Männer, Doppelsieg bei den Frauen, und Francesco Friedrich wiederholte als erster Pilot das olympische Double. Nur im Monobob ging Team D leer aus - in der Disziplin also, in der die Schlitten nicht selbst entwickelt werden durften.

3. Skeleton (2 Gold, 1 Silber)

Die erste Olympia-Medaille überhaupt bei den Männern glänzte dank Weltmeister Christopher Grotheer gleich in Gold. Dahinter sorgte der zuvor mit Corona ausgebremste Axel Jungk mit Silber für einen Doppelerfolg. Bei den Frauen raste die erst 21 Jahre alte Debütantin Hannah Neise zum ersten Olympiasieg bei den Frauen.

4. Skilanglauf (1 Gold, 1 Silber)

Sensations-Gold im Teamsprint, Silber in der Staffel: Die Langläuferinnen schrieben ein wahres Wintermärchen, konnten auch im Einzel (Katharina Hennig!) gut mithalten. Die deutschen Männer enttäuschten nicht, fielen aber im Vergleich deutlich ab.

4. Nordische Kombination (1 Gold, 1 Silber)

Nach den positiven Corona-Tests von Eric Frenzel und Terence Weber wurden es schwierige Spiele für die Erfolgssparte. Mit Gold für Vinzenz Geiger und Silber für die Staffel schlugen sich die Kombinierer angesichts der Umstände prächtig - wenngleich mehr möglich war.

6. Biathlon (1 Gold, 1 Bronze)

Denise Herrmanns Gold im Einzel war der Höhepunkt insgesamt durchwachsener Winterspiele für die Skijäger. Die zweite Medaille holte die Frauen-Staffel mit Bronze. Die Männer waren zwar mehrfach nah dran, blieben aber zum zweiten Mal in der Geschichte ganz ohne Edelmetall. Das angepeilte Ziel von vier bis fünf Medaillen wurde verfehlt, in Pyeongchang gab es noch sieben Plaketten.

7. Skispringen (1 Silber, 2 Bronze)

Drei Medaillen - Silber für Katharina Althaus und Bronze für Karl Geiger sowie das Männer-Team - sind zwar eine solide bis gute Bilanz. Hängenbleiben werden aber auch die bösen Pleiten im Einzel von der Normalschanze und die Disqualifikations-Farce im Mixed. Dieses Team kann mehr.

8. Ski alpin (1 Silber)

Lange sah es so aus, als würden die Deutschen zum zweiten Mal nacheinander bei Winterspielen ohne Medaille bleiben. Lena Dürr im Slalom und Kira Weidle in der Abfahrt schrammten als Vierte nur knapp am Podest vorbei, die Speed-Herren und Alexander Schmid im Riesenslalom hingegen enttäuschten. Mit Silber im Mixed-Teamevent haute die DSV-Riege am Schlusstag aber noch einen raus - und polierte ihre insgesamt doch recht enttäuschende Bilanz noch auf.

Die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken

Snowboard

Snowboard Germany erlebt ein Debakel. Platz fünf für Ramona Hofmeister und das Aus in der Qualifikation für Stefan Baumeister im Parallel-Riesenslalom, Rang neun für Topfavorit Martin Nörl im Cross-Rennen - der ambitionierte Verband verfehlte das Ziel von drei Olympia-Medaillen deutlich. Immerhin erreichte Annika Morgan im Slopestyle und Big Air das Finale der besten Zwölf.

Eiskunstlauf

Die Eiskunstläufer liefen der Weltspitze hinterher. Nach dem Olympia-Triumph der Paarläufer Aljona Savchenko/Bruno Massot 2018 erreichte das Duo Minerva Hase/Nolan Seegert mit Rang 16 nur den letzten Platz. Nicole Schott wurde 17. Im Eistanz verfehlten Katharina Müller/Tim Dieck das Kürfinale. Paul Fentz wurde in der Kurzkür des Teamwettbewerbs 21. und Letzter.

Eisschnelllauf

Claudia Pechstein hat die Bilanz im letzten Peking-Rennen noch aufgehübscht. Mit Platz neun im Massenstartrennen hat die Berlinerin kurz vor ihrem 50. Geburtstag den zweiten Top-Ten-Platz in Peking erobert. Zuvor hatte nur Patrick Beckert als Siebter über 10.000 Meter die Erwartungen ansatzweise erfüllt. Joel Dufter war coronabedingt außer Form.

Shorttrack

Von der einzigen deutschen Starterin Anna Seidel konnten keine Wunderdinge erwartet werden, nachdem sie noch immer mit den Folgen eines Schien- und Wadenbeinbruchs aus dem März 2021 zu kämpfen hatte. Es wurde aber noch weniger. Bei ihrem einzigen Peking-Start katapultierte sich die Dresdnerin durch einen taktischen Fauxpas schon in der ersten Runde aus dem Wettbewerb.

Eishockey

Vier Jahre nach dem Silber-Coup von Pyeongchang sollte es wieder um eine Medaille gehen. Doch vom derben 1:5-Auftakt gegen Kanada, das wie alle Teams auf NHL-Profis verzichten musste, erholte sich das DEB-Team nicht. Schon vor dem Viertelfinale war mit 0:4 gegen die Slowakei auf der kleinen Eisfläche Schluss. Die Zukunft von Bundestrainer Toni Söderholm bleibt ungeklärt.

Curling

Kein deutsches Team am Start

Der Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele in Peking

cfl/sid/dpa

Von Gu bis Valieva: Gesichter der Winterspiele von Peking