Südwest

Traditionelle Verletzungssorgen bei Hessen Kassel

Zehn verletzte Spieler nach dem 0:0 gegen den FSV Frankfurt

Hessen Kassel: Traditionelle Verletzungssorgen zwingen Kiene zur Improvisation

Kann aktuell definitiv nicht aus dem Vollen schöpfen: Kassels Headcoach Alexander Kiene

Kann aktuell definitiv nicht aus dem Vollen schöpfen: Kassels Headcoach Alexander Kiene IMAGO/Eibner

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Es ist beim KSV Hessen Kassel fast so ein bisschen wie beim Murmeltier, dass in dem berühmten Spielfilmklassiker täglich grüßt. Immer, wenn im Frühjahr die ersten Blätter und Blumen sprießen, nimmt die Verletzungsliste der Nordhessen nahezu absurde Ausmaße an. So war es die letzten Jahre. 2024 erscheint die Lage noch dramatischer, da inzwischen schon Vereinsfunktionäre den Kader auffüllen müssen.

Unter diesen Umständen war das 0:0 gegen den FSV Frankfurt am Dienstagabend fast so etwas wie ein Teilerfolg. Neun verletzte Spieler fehlten Trainer Alexander Kiene, mit Alban Meha, der humpelnd den Platz verlassen musste, kam kurz vor dem Spielende der zehnte dazu. Kassel bleibt damit im Kalenderjahr 2024 ungeschlagen und hat zudem das Halbfinale im Hessenpokal erreicht, wo mit dem Hessenligisten Türkgücu Friedberg ein bezwingbarer Gegner wartet. Doch so richtig von der Stelle kommt der KSV damit zumindest in der Liga nicht, da er in sechs Spielen fünfmal unentschieden gespielt hat. Positiv für Kiene ist jedoch die neu gewonnene Stabilität in der Defensive: In den letzten fünf Partien kassierte seine Mannschaft ganze zwei Gegentore und ist trotz der zahlreichen Umstellungen im Moment für jeden Gegner nur schwer zu knacken.

Aufsichtsratsmitglied im Aufgebot

Auch gegen den FSV Frankfurt musste Kiene wieder improvisieren: Für Innenverteidiger Hendrik Starostzik rückte Stürmer Thomas Gösweiner in die Startelf. Starostzik musste aufgrund muskulärer Probleme pausieren, nachdem er erst am vergangenen Samstag, beim 1:1 in Bahlingen, zum ersten mal nach einer 13-monatigen Verletzungspause in der Startelf stand. Die Personalnot war in Kassel derart groß, dass sogar ein Aufsichtsratsmitglied im Kader gegen Frankfurt auftauchte, aber letztlich nicht zum Einsatz kam: Der 36-jährige Sergej Evljuskin bestritt 2020 sein letztes Regionalliga-Spiel für den KSV und war danach nur noch unterklassig aktiv. Zuletzt in der siebtklassigen Gruppenliga, in der zweiten Mannschaft der Nordhessen.

Weiter verzichten muss Kiene auf Leistungsträger wie die Defensivspieler Kaden Amaniampong (Knieprobleme), Maurice Springfeld (Haarriss Schienbeinköpfchen), Nael Najjar (Entzündung Achillessehne) und Kapitän Frederic Brill (Muskelfaserriss), sowie den erkrankten Steven Rakk. Noch länger fallen Nils Stendera und Paul Stegmann aus, die beide am Kreuzband operiert worden sind. Dazu kommt Stürmer Noah Jones, der unter einer Knieverletzung leidet.

Am kommenden Samstag muss Kassel zum VfB Stuttgart II reisen. Die Frage ist, wer Einsatzfähig ist und ob wieder ein Aufsichtsratsmitglied den Kader komplettieren muss.

Oliver Zehe

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