Frauen

Höbinger: "Das ist eine Riesenchance, die Deutschen zu ärgern"

EM-Qualifikation

Höbinger: "Das ist eine Riesenchance, die Deutschen zu ärgern"

Vor allem die hervorragende Ballbehandlung zeichnet Marie Höbinger aus.

Vor allem die hervorragende Ballbehandlung zeichnet Marie Höbinger aus. GEPA pictures/Armin Rauthner

Karsamstag mit Liverpool gegen ManCity (1:4), Freitag mit Österreich gegen Deutschland (ab 20.45 Uhr LIVE! bei kicker). Marie Höbinger, die als 11-Jährige beim "Krone"-Hallencup schon eine Bühne bekam und ein Jahr später bei der "Ö3-Challenge" beim Gaberln selbst einen gewissen Valentino Lazaro alt aussehen ließ, ist oben angekommen.

Fühlt es sich schon ein bisschen wie business as usual an? "Nein, überhaupt nicht", lacht Höbinger im Gespräch mit dem kicker, "für mich ist jedes Spiel aufregend. Das Schönste ist, dass ich jetzt meinen Eltern etwas zurückgeben kann."

Mit 13 wagte sie den Sprung zu Turbine Potsdam und genoss eine hervorragende Ausbildung. Die stete Weiterentwicklung hat bei "Herby" ("Höbi" kriegen die Engländer nicht so richtig hin) nach wie vor oberste Priorität. "Bei Liverpool kann ich in jedem Training etwas dazu lernen. Hier und in der Liga ist die Intensität so hoch, dass du stets gefordert wirst und ständig schnell Entscheidungen treffen musst."

Schneller als die Fans

Die Liverpool-Fans stellt Herby angesichts ihrer rasanten Entwicklung auch vor Herausfordungen. Der erste "Höbinger-Chant" zu Robbie Williams' Song "She's The One" ist teilweise schon überholt "And if there's somebody subbing her on, Matt's the one!", heißt es da in einer Textzeile. Doch Matt Beard tauscht Herby nicht mehr ein, sondern stellt sie in aller Regel in die Startelf.

"Teils auf unterschiedlichen Positionen, um mein Spiel in mehrere Richtungen zu verbessern, was mega cool ist", strahlt Höbinger, die in der Super League schon zwei Tore mit rechts und zwei mit links erzielte.

Als ich eine junge Turbine war, bin ich mit Melissa Kössler aufgewachsen. Svenja Huth und Felicitas Rauch waren Idole.

Marie Höbinger

Gegen Deutschland muss Höbinger auch nicht extra motiviert werden. "Als ich noch eine junge Turbine war, bin ich mit Melissa Kössler aufgewachsen. Svenja Huth und Felicitas Rauch waren Idole. Zu ihnen habe ich aufgesehen. Natürlich willst du es denen, die du gut kennst, besonders gerne zeigen", so Höbinger. Kössler, die im Juni 2023 ihr Länderspiel-Debüt feierte, steht ebenso im Kader von Teamchef Horst Hrubesch wie Rauch, die seit Jänner für North Carolina Courage aufläuft.

ÖFB-Frauen in der EM-Quali

Aus dem Aufgebot von ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrman sind gleich 13 Spielerinnen aus Deutschland nach Linz angereist. Für viele von ihnen galt Deutschland als "Wunschgegner" unter den Top-Teams. Das kann Höbinger nachvollziehen, will es selbst aber nicht auch noch unterstreichen.

Die DFB-Auswahl gleich zum Start der EM-Quali daheim vor guter Kulisse taugt ihr auch: "Das ist eine Riesenchance, die Deutschen zu ärgern. Es muss aber alles passen, hinten lange die Null stehen und das Momentum auf unserer Seite sein."

Der Ausfall von Sarah Zadrazil (Muskelfaserriss) schmerzt. Die Bayern-Spielerin könne keinesfalls eins zu eins ersetzt werden, zu außergewöhnlich seien ihre Fähigkeiten. "Wir werden versuchen, ihre Aufgaben untereinander aufzuteilen" sagt Höbinger, die als Kreativspielerin wohl auch etwas mehr schultern wird müssen. "Gemeinsam wollen wir das Beste rauszuholen. Auch für Sarah."

Thomas Schöpf

Vogt stellt "Rekord" auf: Die längsten Torlos-Serien von Bundesliga-Feldspielern