DFB-Pokal (D)

Lauterns Funkel: "Ich habe im Traum nicht daran gedacht"

1. FC Kaiserslautern nach 21 Jahren wieder im Pokalfinale

"Ich habe im Traum nicht daran gedacht": Für Funkel schließt sich ein Kreis

Stolzer Finalist: Friedhelm Funkel.

Stolzer Finalist: Friedhelm Funkel. IMAGO/Fussball-News Saarland

1981 stand Friedhelm Funkel in seiner ersten Saison als Spieler des 1. FC Kaiserslautern im Alter von 27 Jahren im Pokalfinale und unterlag damals Eintracht Frankfurt mit 1:3. Nun, 43 Jahre später, führte er die Pfälzer als Trainer ins Endspiel. "Das ist unfassbar. Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten", meinte er in der ARD nach dem 2:0-Pokalerfolg in Saarbrücken. Später gab er bei Sky zu, dass er selbst überrascht sei. "Ich habe im Traum nicht daran gedacht, nochmal als Trainer nach Berlin zu fahren", meinte der 70-Jährige und sagte fast schon selig: "Jetzt ist tatsächlich ein Traum in Erfüllung gegangen."

Es war aber ein gehöriges Stück Arbeit nötig, um diesen zu realisieren. Funkel gab zu, dass der eigene Spielplan auf einer sicheren Defensive aufbaute. Dieser habe dann auch dazu geführt, dass es gerade in den ersten 45 Minuten für die Zuschauer kein gutes Spiel war. "Das war so, das muss man klar sagen", gab Funkel zu und erklärte zugleich, dass das nötig war. Man habe gegen eine Mannschaft gespielt, "die mit neun Mann vor dem eigenen Strafraum steht. Da haben wir nicht die spielerischen Mittel, um Lösungen zu finden. Das muss man klar sagen, sonst wären ja nicht 16. in der 2. Liga."

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Abwehr hatte Priorität

Oberste Priorität beim FCK hatte die Konterabsicherung. "So ist Bayern München ausgeschieden und so ist Borussia Mönchengladbach gescheitert", meinte der Trainerroutinier mit Blick auf die Saarbrücker Konterstärke. "Wir sind aber geduldig geblieben und haben uns nicht auskontern lassen", merkte Funkel an und gab dabei auch zu, dass man "das notwendige Spielglück" hatte.

Da ist so ein Highlight - gerade für die Fans - fantastisch.

Friedhelm Funkel

Damit bezog er sich auf das 1:0 von Marlon Ritter in der 53. Minute, dessen Kopfballaufsetzer dem FCS-Keeper Tim Schreiber durch die Beine ging. Es war ein "glückliches Tor", aber auch eines, das man sich verdient hatte. "Wir haben gewartet", sagte der FCK-Trainer und lobte ganz besonders das Mittelfeldzentrum. "Da wurde sehr viel abgeräumt."

Unter dem Strich steht der erste Pfälzer Finaleinzug seit 21 Jahren und dem 1:3 gegen den FC Bayern 2002/03. "Die Lauterer hatten in den letzten Jahren nicht viel zu feiern", weiß auch Funkel und verwies auf die momentan prekäre Lage in der Liga. "Jetzt kämpfen wir wieder um den Klassenerhalt. Da ist so ein Highlight - gerade für die Fans - fantastisch." Für die Spieler ist das Erfolgserlebnis aber auch gewiss gut. "Der Einzug ins Finale gibt der Mannschaft auch was mit", mutmaßte der Trainer und gab den Spielern die Erlaubnis, ihren Erfolg zu begießen. "Ich war auch mal Spieler. Die können heute feiern, das haben sie sich verdient." Er selbst feiere als Trainer zwar auch gerne, würde nun aber passen. "Dafür bin ich zu kaputt."

drm

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