Handball

Handball: Jacobsen sieht "große" Probleme beim THW Kiel

Jacobsen spricht über seinen Ex-Klub

"Ich sehe nicht, dass der THW eine Rolle im Meisterkampf spielt"

Er kennt den Kieler Handball: Der heutige Erfolgstrainer Dänemarks Nikolaj Jacobsen spielte früher für den THW.

Er kennt den Kieler Handball: Der heutige Erfolgstrainer Dänemarks Nikolaj Jacobsen spielte früher für den THW. imago images (2)

Dass die Spielzeit 2023/24 - gerade nach den Abgängen von Superstar Sander Sagosen und Welthandballer Niklas Landin - keine einfache für den THW Kiel werden würde, daran bestand kaum ein Zweifel. Doch der deutsche Rekordmeister tat sich noch wesentlich schwerer, als das so mancher Experte prophezeit hatte.

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Aus dem Meisterschaftsrennen hatten sich die "Zebras" früh verabschiedet. Während Double-Sieger Magdeburg, der national enteilt scheint, nur sechs Minuspunkte ansammelte, waren es beim THW stolze 21. Den Atem der MT Melsungen (24 Minuspunkte) und des VfL Gummersbach (25) spürte Kiel im Nacken.

Madsen & Co. werden sich erst einfinden müssen

Eine Saison ohne Champions-League-Handball war lange kaum vorstellbar, in der neuen Spielzeit aber läuft der THW lediglich in der European League auf. Und auch national werden die Kieler der Musik in der Saison 2024/25 wieder hinterherlaufen - daran hat zumindest Nikolaj Jacobsen keinen Zweifel.

"Ich sehe nicht, dass der THW in der nächsten Saison eine Rolle im Kampf um die Meisterschaft spielt", erklärt Dänemarks Erfolgstrainer, der als Spieler von 1998 bis 2004 für Kiel auflief, in der neuen Folge des Handball-Podcasts "Erste 7": "Dafür ist die Mannschaft in der Saison 2024/25 zu jung und unerfahren."

Personell sieht es beim SCM, dem Vizemeister aus Berlin und bei der SG Flensburg-Handewitt tatsächlich rosiger aus. Zu einem gewachsenen Gerüst kommen punktuelle Verstärkungen dazu. In Kiel bricht mit Identifikationsfiguren wie Niclas Ekberg oder Steffen Weinhold jede Menge Erfahrung weg.

Sommerneuzugänge wie Emil Wernsdorf Madsen (GOG), Lukas Zerbe (TBV Lemgo Lippe) oder Bence Imre (Ferencvarosi TC) werden fraglos Eingewöhnungszeit brauchen. Der Druck in Kiel, er ist ein anderer.

Jacobsen sieht "großes Problem auf Rückraum Mitte"

"Für mich liegt ein großes Problem auf Rückraum Mitte", sagt Jacobsen, der ausführt: "Der THW braucht einen Spieler, der das Spiel steuern kann. Elias Ellefsen a Skipagötu muss konstanter werden in seinem Spiel. Er ist ein Riesentalent und kann einer der besten Handballer der Welt werden. Im Moment spielt er aber noch zu naiv und risikoreich für einen Topklub in der Bundesliga."

Auch zwischen den Pfosten sieht Jacobsen die Kieler mit Tomas Mrvka und Samir Bellahcene nicht optimal aufgestellt - was mitunter das Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona (18:30) offenbarte. "Man muss abwarten, wie sie es auf der Torhüterposition lösen werden. Am besten wäre es natürlich, wenn man sich mit Barcelona einigen könnte, Gonzalo Perez de Vargas schon zur neuen Saison nach Kiel zu holen. Das wäre für Kiel unglaublich wichtig", ist der 52-Jährige überzeugt.

msc

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