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In Tschechien fährt die Polizei Ferrari

Konfiszierter Ferrari 458 Italia - Wechsel in den Polizeidienst

In Tschechien fährt die Polizei Ferrari

Schneller Neuzugang im Fuhrpark: Diesen Ferrari 458 Italia fährt jetzt die tschechische Polizei.

Schneller Neuzugang im Fuhrpark: Diesen Ferrari 458 Italia fährt jetzt die tschechische Polizei. Policie CZ

Hätten sie Augen und Ohren - die Skodas der tschechischen Polizei würden sich über diesen neuen Kollegen wohl nicht mehr einkriegen vor Staunen: Flunderflach, 570 PS stark, 325 km/h schnell - und ein echter Ferrari!

Wer jetzt mutmaßt, ob bei den Ordnungshütern unseres Nachbarlandes der ungezügelte Wohlstand ausgebrochen ist, sei beruhigt: Der 458 Italia wurde nicht etwa für sündhaft teures Geld eingekauft. Das wäre zumindest als Neuwagen auch gar nicht möglich, denn Ferrari hat den Renner bereits im Jahr 2016 durch den 488 abgelöst. Vielmehr war der Bolide als kriminelles Eigentum konfisziert worden.

Einer von vielen

Ferrari 458 Italia Polizei

Im Netz präsentiert: Polizei-Ferrari. Screenshot/Youtube/Policie CZ

Das kommt in Tschechien gar nicht selten vor. Allein im vergangenen Jahr hätte rund 900 Fahrzeuge dieses Schicksal ereilt, wie die Polizei wissen ließ, der Italia sei darunter noch nicht einmal das kostspieligste gewesen.

Nicht Usus ist es freilich, die beschlagnahmten Gefährte in den polizeilichen Fuhrpark aufzunehmen. Einerseits soll der Seitenwechsel des Ferraris wohl abschreckende Wirkung erzielen und aufzeigen, welche Konsequenzen verwerfliches Tun nach sich ziehen kann - aus diesem Grund wurde der extrastarke Polizeibeamte auf Rädern auch in einem spektakulären Video auf den sozialen Netzwerken präsentiert. Andererseits bekommt der Italia aber durchaus ernsthafte Aufgaben zugeteilt. So soll er beim Vorgehen gegen illegale Autorennen helfen, von denen es in Tschechien jährlich etwa 30 gibt und wie sie auch in Deutschland immer wieder fürchterliche Schlagzeilen machen - zuletzt in Nürnberg, wo ein unbeteiligter Passant mutmaßlich den rasenden Wettstreit anderer mit dem Leben bezahlen musste. Auch flüchtige Autodiebe dürften gegen den Verfolger aus Maranello keine Chance besitzen. Und schließlich soll er bei Tuningtreffen überwachend in Erscheinung treten und auf Augenhöhe Respekt einflößen.

Nicht jeder darf ans Steuer

Polizei Ferrari

Umgestylt: Ferrari in Polizeiuniform. Policie CZ

Vor der Aufnahme in den Polizeidienst wurde der Italia freilich einem grundlegenden Umstyling unterzogen. Das Ferrari-Rot wich einer Uniform in Silber mit Streifen in Blau und Gelb, aufs Dach kam Signallicht, hinzu addierten sich ein Kamerasystem, eine Funkstation und Pistolenhalter. Ans Steuer darf freilich nicht jeder Streifenpolizist, nur speziell ausgebildeten Beamten ist die Fahrt mit dem Ferrari erlaubt.

Mit den Kosten für die Umrüstung wollten die Behörden gegenüber dem tschechischen Steuerzahler nicht hinterm Berg halten. Die Aktion sei auf 340.000 Kronen gekommen, umgerechnet also auf knapp 14.000 Euro. Im Vergleich zu den 200.000 Euro, die so ein Italia bei seiner Markteinführung anno 2009 gekostet hat, geradezu ein Schnäppchen.

ule