Handball

Karabatic deutlich: "Kann keinem empfehlen, in die Bundesliga zu gehen"

Dreimaliger Welthandballer kennt die Belastungen

Karabatic deutlich: "Kann keinem empfehlen, in die Bundesliga zu gehen"

Er würde heute nicht mehr in die Bundesliga wechseln: Nikola Karabatic.

Er würde heute nicht mehr in die Bundesliga wechseln: Nikola Karabatic. Sascha Klahn, Bock auf Handball

Die Erinnerungen an seine Zeit in der Bundesliga sind vor allem eines: extrem. "Ich bin den ganzen Tag weit über dem Limit, seit ich in Deutschland gespielt habe", gesteht Karabatic offen im Gespräch mit Bock auf Handball und handball-world: "Heute frage ich mich ernsthaft, wie ich das geschafft habe. Ich habe 60 Minuten lang in Angriff und Abwehr gespielt - einen viel schnelleren Handball, als wir ihn heute spielen."

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Von 2005 bis 2009 stand Karabatic beim THW Kiel unter Vertrag, mit dem er die Königsklasse gewann. "Mit nur acht Spielern - Jesus, das war verrückt! Das war eine riesige Leistung", sagt Karabatic rückblickend. Die Zeit in der Bundesliga war eine echte Grenzerfahrung, "sehr oft" ging es über die Belastungsgrenze hinaus. Für den Erfolg tat Karabatic schließlich alles.

Sein unmissverständlicher Rat gilt nicht nur französischen Landsleuten: "Manchmal muss man an sich selbst denken, denn die anderen werden das nicht tun." Für Teams wie Champions-League-Sieger Barcelona, Finalgegner Kielce oder Veszprem sei die aktuelle Struktur in der Königsklasse mit großen Belastungen "ziemlich cool, da ihre nationalen Ligen sehr schwach sind". Die deutsche und auch die französische Liga hätten damit aber doch arg zu kämpfen.

"Schau dir Flensburg an"

Die sich selbst als "stärkste Liga der Welt" titulierende Bundesliga verliert laut Karabatic immer mehr an Anziehungskraft, daraus macht er keinen Hehl. "Momentan kann ich keinem Spieler empfehlen, zu einem Topklub in die Bundesliga zu gehen", so der Welthandballer von 2007, 2014 und 2016: "Schau dir Flensburg an, wie unglaublich dezimiert ihr Kader in der abgelaufenen Saison gewesen ist."

Die SG hatte derart mit Verletzungen zu kämpfen, dass die Champions League früh in der Saison in weite Ferne rückte - am Ende fehlten acht Punkte auf Vizemeister und Erzrivale Kiel.

msc

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