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EM 2024 | Kroos und der Titeltraum: "Sonst hätte ich es nicht gemacht"

Der Real-Star strebt auf der letzten Runde seiner Karriere die Krönung an

Kroos und der Titeltraum: "Sonst hätte ich es nicht gemacht"

Fokussiert und gut gelaunt vor dem EM-Start der DFB-Elf: Toni Kroos.

Fokussiert und gut gelaunt vor dem EM-Start der DFB-Elf: Toni Kroos. IMAGO/Beautiful Sports

Die Heim-EM wird zur Ehrenrunde für den gebürtigen Greifswalder. Nach dem Turnier ist Schluss und ein möglichst langer Verbleib das Ziel. "Der letzte Erfolg ist natürlich noch im Kopf, aber er muss dort jetzt erstmal etwas nach hinten geschoben werden. Ich hole ihn später zurück. Jetzt bin ich hungrig", erklärt Toni Kroos, "deshalb bin ich zurückgekommen. Ich habe Lust auf Erfolg. Ich habe seit dem Zeitpunkt, da ich mich entschieden habe, im Kopf, dass ich das Turnier gewinnen will. Ich hatte die Fantasie, dass das möglich ist. Sonst hätte ich es nicht gemacht."

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Ein anderer Grund, das hat Kroos schon mehrfach verraten, waren seine drei Kinder, die den Wunsch hatten, den Papa nochmal im Nationaltrikot zu sehen. Mit einer Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang absolvierte der Real-Star am Dienstag die Pressekonferenz im "Home Ground" in Herzogenaurach und verweist mit einem Augenzwinkern darauf, dass sie durch Madrid Siege gewohnt sind: "Sie sind sehr erfolgsverwöhnt. Sie haben ja auch die letzten Jahre der Nationalelf nicht mitbekommen …"

"Diejenigen, die die letzten Turniere nicht gespielt haben, haben keinen Nachteil. Sie können unbelastet reingehen."

Toni Kroos

EM 2024

Die besagten schweren Jahre der deutschen Elf greift Kroos in den rund 33 Minuten auf dem Podium mehrfach auf und nähert sich diesem Thema nicht nur von der humorvollen Seite. Zum einen wertet er den vollzogenen Umbruch mit etlichen Profis, die noch keine Turniererfahrung haben, nicht nur negativ, denn: "Diejenigen, die die letzten Turniere nicht gespielt haben, haben keinen Nachteil. Sie können unbelastet reingehen."

Und wenn doch das Gefühl von Last entsteht, soll und will Kroos da sein. Für diese Rolle ist er vorgesehen, er selbst strebt sie ebenfalls an. "Ich definiere Führung so, in schwierigen Phasen und ganz generell dafür zu sorgen, dass sich möglichst alle wohlfühlen, damit sie nicht gehemmt sind. Darauf wird es ankommen. Und wenn doch Zweifel aufkommen, dann will ich ausstrahlen: Ich bin da."

2016 der letzte Sieg in einem Auftaktspiel

Kroos ist bewusst, dass es schon am Freitag gegen Schottland darauf ankommen wird, da zu sein. Auch beim Thema Auftaktspiel verweist er auf die wenig glorreiche Turniervergangenheit. "Das erste Spiel ist immer sehr wichtig und zum Teil auch entscheidend", sagt er, "das hat sich bei den letzten Malen auch gezeigt." Bei der WM 2018 (0:1 gegen Mexiko), der EM 2021 (0:1 gegen Frankreich) und der WM 2022 (1:2 gegen Japan) verlor die deutsche Elf jeweils zum Start, war direkt unter Zugzwang und zwei Mal vorzeitig draußen.

"Unser letzter Sieg in einem Auftaktspiel war 2016", erinnert der frühere Münchner. Nach dem 2:0 gegen die Ukraine bei der Europameisterschaft in Frankreich ging es immerhin bis ins Halbfinale, und Kroos sagt, worauf es ankommt, um nach acht Jahren wieder einmal weit zu kommen. "Wenn wir eine gute Rolle spielen wollen, müssen wir Phasen, die wir zuletzt beim 2:1 gegen Griechenland wieder hatten, auf ein Minimum reduzieren, sonst kann ein Turnier schnell vorbei sein. Es war zu früh, uns nach dem erfolgreichen März zum Favoriten zu machen, das sehe ich nicht so. Aber wir sind in der Lage, jeden zu schlagen."

"Wir haben eine große Verantwortung"

Dass die Erwartungshaltung eine besondere ist, verhehlt der Routinier nicht. "Ein Heimturnier ist noch spezieller, wir haben eine große Verantwortung für die Stimmung im gesamten Land in den nächsten Wochen. Aber es ist auch eine große Ehre, dieses Turnier zu Hause spielen zu dürfen. Es wird darum gehen, den Druck auch zu genießen, denn er ist auch ein Privileg." Kroos selbst lässt wenig Zweifel daran aufkommen, dass ihm dies gelingen wird.

Sebastian Wolff

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