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Kuriose Abstimmung: Unruhe bei Ajax nimmt zu

Wie lange hält sich Schreuder noch?

Kuriose Abstimmung: Unruhe bei Ajax nimmt zu

Wie fest sitzt er noch im Sattel? Ajax-Trainer Alfred Schreuder.

Wie fest sitzt er noch im Sattel? Ajax-Trainer Alfred Schreuder. IMAGO/ANP

Die Hälfte der Saison in der Eredivisie ist vorbei, und Ajax Amsterdam ist in Tabellenregionen unterwegs, die für andere Klubs den Abstiegsrängen gleichkommen. Gleich vier Mannschaften stehen vor dem Titelverteidiger, der gerade einfach nicht mehr gewinnen kann - und entsprechend viel Wirbel verursacht in den heimischen Medien.

Am Montag, dem Tag nach dem 1:1-Remis bei Tabellenführer Feyenoord Rotterdam, berichtete "De Telegraaf" davon, dass es im Vorfeld des Topspiels zu einer merkwürdigen Abstimmung in der Kabine gekommen sei. Demnach habe Mentaltrainer Joost Leenders die Spieler gefragt, ob sie mit dem Staff um Trainer Alfred Schreuder unzufrieden seien. Nahezu alle Hände gingen demnach nach oben.

Im Herbst war Schreuder noch VfB-Kandidat

Sollte es sich tatsächlich so zugetragen haben, wäre das gleich in doppelter Hinsicht heikel für Schreuder. Erstens wäre seine Position zusätzlich geschwächt - durch eine von einem seiner Mitarbeiter initiierten Abstimmung. Und zweitens würde es gut zur derzeitigen Ajax-Malaise passen, wenn derlei Interna kurz darauf in den Medien auftauchen.

Schreuder, der im Herbst mit einem Engagement beim VfB Stuttgart in Verbindung gebracht worden war, hatte im Sommer mit sieben Pflichtspielsiegen begonnen, aber schon bald einen schweren Stand. Nach dem massiven personellen Umbruch - unter anderem gingen Antony, Lisandro Martinez (beide Manchester United), Ryan Gravenberch, Noussair Mazraoui (beide FC Bayern) und Sebastien Haller (Borussia Dortmund) - kam der Rekordmeister unter dem Nachfolger von Erfolgstrainer Erik ten Hag bald aus dem Tritt.

Blinds Vorwürfe - und eine Pflichtaufgabe am Donnerstag

Zu Führungsspieler Daley Blind war Schreuder außerdem ein gestörtes Verhältnis nachgesagt worden. Der Bayern-Winterneuzugang, der seinen Vertrag bei Ajax vor dem Jahreswechsel aufgelöst hatte, berichtete in einem Interview unlängst von einer Auseinandersetzung während einer Halbzeitpause und stellte die Vermutung in den Raum, der Trainer habe mit ihm ein persönliches Problem gehabt.

Zuletzt folgten in der Eredivisie auf eine Niederlage rund um die WM in Katar fünf Unentschieden, wobei die letzten beiden Auftritte nicht dafür sprechen, dass die Mannschaft gegen Schreuder spielt: Gegen den damaligen Fünften Twente Enschede erkämpfte sich Ajax trotz langer Unterzahl ein 0:0, bei Primus Feyenoord gelang noch der verdiente Ausgleich.

Am Donnerstag (21 Uhr) erwartet der amtierende Meister den Tabellenvorletzten FC Volendam - und einen Heimsieg. Aktuell ist schwer vorherzusehen, ob Schreuder in den Europa-League-K.-o.-Runden-Play-offs gegen Union Berlin im Februar noch auf der Bank sitzen wird. Die kuriose Abstimmung bezeichnete "De Telegraaf" als "Schlag ins Gesicht" für den 50-Jährigen.

jpe

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