Bundesliga (D)

"Ohne Stil und Ehre": Wolfsburgs Pongracic im Visier der Fans

Wie geht es mit dem Verteidiger weiter?

"Ohne Stil und Ehre": Wolfsburgs Pongracic im Visier der Fans

Marin Pongracic steht beim VfL Wolfsburg unter Vertrag - aber wie geht es mit ihm weiter?

Marin Pongracic steht beim VfL Wolfsburg unter Vertrag - aber wie geht es mit ihm weiter? IMAGO/Christian Schroedter

Für die einen ist er der Problem-Profi, für die anderen der Skandal-Star. Viel ist in der Vergangenheit geredet worden - über Marin Pongracic, aber auch mit ihm. "Ich habe mit ihm gesprochen, zweimal sogar", hatte Wolfsburgs Trainer Niko Kovac in der vorigen Woche mitgeteilt und einen Wunsch nachgeschickt: "Ich hoffe, dass er alle Argumente, die ich ihm mit auf den Weg gegeben habe, versucht, zu durchleuchten, zu hinterfragen, für sich selbst zu beantworten, um für sich selbst die richtige Entscheidung zu treffen."

Nun, auch Pongracic hatte sich bekanntlich öffentlich geäußert. Er sei für alles offen und arbeite an sich, so der kroatische Nationalspieler, der zuvor rund um seine Ausleihe zu Borussia Dortmund für viel Zwist gesorgt und sich mit seinem Arbeitgeber VfL wegen ihm angeblich zustehender Prämien, umgekehrt aber auch wegen vermeintlich vereinsschädigenden Verhaltens vor Gericht getroffen hatte.

Dass den beschwichtigenden Worten nun gute Taten folgen, glaubt der Wolfsburger Anhang offensichtlich nicht mehr. Er nahm den Spieler verbal heftig ins Visier. "Ohne Stil und Ehre labert Pongracic ins Leere", prangte es vor dem Anpfiff zum Ligaauftakt gegen Werder Bremen (2:2) am vergangenen Samstag von einem großen Transparent aus der Fankurve, die später noch mit einem weiteren Banner nachlegte: "Vor Gericht zuletzt gesehen, Pongracic muss gehen."

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"Wir wollen ihm natürlich helfen, aber in erster Linie muss er sich selbst helfen wollen", hatte Niko Kovac im Fall seines an Affären reichen Profis auf Versöhnungskurs und Rückkehr zur Normalität gesteuert. Doch die zweite Chance rückt in weite Ferne, geht es nach Volkes Stimme. Und auch intern sollen sich die Parteien noch nicht wirklich aufeinander zu bewegt haben.

Bitter, denn der Vertrag des 24-jährigen Abwehrhünen läuft noch bis 2024 - ohne konkrete Aussicht, bei den Niedersachsen noch einmal Fuß zu fassen. Aber auch eine vorzeitige Trennung als einzige Möglichkeit, die Konfliktsituation zu lösen, scheint nicht in greifbarer Nähe.

Sportlich wie finanziell adäquate Angebote, wohin für Marin Pongracic die Reise gehen könnte, gibt es offenbar nicht.

Michael Richter

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Kovac über Pongracic: "Er muss sich helfen lassen wollen"

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