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WM 2022: "One Love"-Binde: Dänemark berichtet von nächster Drohung

Nicht nur Gelbe Karten standen im Raum

"One Love"-Binde: Dänemark berichtet von weiterer FIFA-Drohung

Wollen sich nicht weiter alles von der FIFA bieten lassen: Dänemark um Kapitän Simon Kjaer.

Wollen sich nicht weiter alles von der FIFA bieten lassen: Dänemark um Kapitän Simon Kjaer. IMAGO/Nordphoto

Seit Anfang der Woche ist es das Thema rund um die WM 2022 in Katar: die "One Love"-Binde. Diese wurde am Montag von der FIFA indirekt verboten, eine Gelbe Karte für jeden Spielführer der betroffenen Länder stand im Raum. Woraufhin sich Deutschland, die Niederlande, England, Dänemark & Co. umentschieden.

"Sie sagten, dass es mindestens Gelb gibt"

Am Mittwoch nun bekam die Binden-Debatte ein neues Kapitel. Offenbar hat die FIFA mehr angedroht als nur sportliche Verwarnungen. Der dänische Verband DBU äußerte sich in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit klaren Worten. Ein "dringendes Treffen, um die Angelegenheit zu besprechen" sei seitens der FIFA verlangt worden, so DBU-Direktor Jakob Jensen. Im englischen Team-Hotel sei deutlich gemacht worden, "dass es sportliche Sanktionen geben würde, wenn jemand die Binde trägt. Und sie sagten, dass es mindestens eine Gelbe Karte gäbe."

"Inakzeptabel": Dänemark "distanziert sich entschieden"

Genau dieses "mindestens" sorgte für Unruhe. Sportdirektor Peter Möller nannte das Verhalten des Weltverbands "inakzeptabel. Wir distanzieren uns entschieden von den Methoden der FIFA." Diese hätte allein mit der "Tatsache, dass wir keine klare Antwort zu den möglichen Strafen bekommen haben" ihren Standpunkt unterstrichen.

Infantino soll keineswegs mehr unterstützt werden

Auch aufgrund der Vorkommnisse plant Dänemark, den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino nicht mehr zu unterstützen. Der Schweizer hat für die Neuwahl seines Amtes  im März 2023 offiziell keinen Gegner, und kandidiert kann offiziell auch nicht mehr werden.

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Dennoch will sich der DBU das Verhalten nicht bieten lassen. "Wir müssen sehen, ob es doch noch einen neuen Kandidaten gibt. Denn es ist noch etwas Zeit", sagte der DBU-Vorsitzende Jesper Möller.

Klar ist: Dänemark "wird den derzeitigen Präsidenten nicht unterstützen. Wir müssen jetzt reagieren. Und wir haben das Gefühl, dass wir das wirklich müssen. Es ist zutiefst verwerflich, was zuletzt passiert ist."

mje, dpa

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