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Tennis: Saudi-Arabien holt WTA-Finals in die Wüste

Hartplatz-Turnier findet bis 2026 in Riad statt

Saudi-Arabien holt WTA-Finals in die Wüste

In den kommenden drei Jahren fliegen die Bälle beim WTA-Finale in Riad über das Netz.

In den kommenden drei Jahren fliegen die Bälle beim WTA-Finale in Riad über das Netz. IMAGO/NurPhoto

Saudi-Arabien richtet bis 2026 die WTA-Finals der acht besten Tennisspielerinnen des Jahres aus. Das gab die Spielervereinigung WTA am Donnerstag bekannt. Damit baut das Königreich auf dem Weg zum angestrebten Zentrum des Weltsports seinen Einfluss auch im Tennis mit Nachdruck aus.

Die Hauptstadt Riad werde in den kommenden drei Jahren das Hartplatz-Turnier veranstalten, teilte die WTA mit. Das Event, das im vergangenen Oktober im mexikanischen Cancun stattgefunden hatte, ist nach den Grand-Slam-Turnieren das nach Punkten und Preisgeld höchstdotierte Tennisturnier.

Saudi-Arabien war über seinen Staatsfond (PIF) erst vor wenigen Wochen bereits eine "mehrjährige strategische Partnerschaft" mit der Männer-Spielervereinigung ATP eingegangen. Zuletzt hatte es auch Spekulationen gegeben, der Wüstenstaat wolle die ATP- und WTA-Tour vereinen.

Saudi-Arabien intensiviert Engagement im Tennis

Saudi-Arabien hatte seine Bemühungen im Tennis in jüngster Zeit intensiviert und unter anderem den 22-maligen Major-Champion Rafael Nadal als Botschafter verpflichtet. Dazu richtet der Wüstenstaat im Oktober, und damit mitten in der ATP-Saison, erstmals ein hochkarätig besetztes Show-Turnier mit insgesamt fünf Grand-Slam-Siegern aus. Beim "Six Kings Slam" in Riad schlagen neben Nadal auch Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic und Australian-Open-Sieger Jannik Sinner auf.

Während Saudi-Arabien wegen der Menschenrechtslage vor Ort international in der Kritik steht, macht das Königreich seit Jahren als Ausrichter großer Sportevents Schlagzeilen. Dass die Saudis die Fußball-WM 2034 wollen - und wohl auch kriegen werden - ist bekannt, auch im Boxen finden die größten Fights mittlerweile in Riad statt, im Golf wirbt die LIV Tour zahlreiche Topspieler ab. Kritiker werfen dem Land Sportswashing vor.

SID

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