Europa Conference League

Segovia: "Rapid ist stärker als Neftci"

Reghecampf stürmte ganz kurz in Wien

Segovia: "Rapid ist stärker als Neftci"

Daniel Segovia (links) bei einem Testspiel von Neftci Baku gegen Schalke 04.

Daniel Segovia (links) bei einem Testspiel von Neftci Baku gegen Schalke 04. imago/Team 2

Der ehemalige Bundesliga-Spieler Dani Segovia stürmte 2017 für Neftci Baku und pflegt nach wie vor seinen Kontakt zu Bakus Teammanger Quadir Hasanov. "Er spricht sehr gut Spanisch, hat mir damals alles gezeigt und uns viel geholfen. Für meine Familie und mich war es ein sehr schönes Jahr in Baku", so Segovia.

ECL-Qualifikation - 3. Runde

Beim Conference-League-Duell setzt Segovia aber ganz klar auf Rapid: "Rapid ist stärker als Neftci, vor allem technisch", sagt der 37-Jährige auf kicker-Nachfrage, "körperlich kann Neftci mithalten, vor allem in den Kopfballduellen. Aber die Bundesliga in Österreich ist viel besser als die Liga in Aserbaidschan."

Ein großer Nachteil für die großen Klubs wie Qarabag Agdam, das in der Champions-League-Qualifkation den FC Zürich ausgeschaltet hat, oder eben Neftci, sei, dass immer noch mehrere Klubs der Liga auf Kunstrasen spielen. "Das ist einfach ganz anders. Aber in Baku haben sie einen sehr schönen Naturrasen und auch tolle Fans", so Segovia.

Achtung vor Makhmudov und Eddy

Beim 3:0-Heimsieg Neftcis gegen Aris Limassol in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa Conference League waren mit Omar Buludov (Joker-Torschütze), Rahman Hajiyev und Emin Makhmudov drei Spieler mit von der Partie, die Segovia noch aus seiner Zeit dort kennt. Positiv streicht er Spielmacher Makhmudov heraus: "Er ist sehr gut, setzt die Stürmer hervorragend ein und ist auch bei Standardsituationen sehr gefährlich."

Warnen möchte Segovia noch vor Neuerwerbung Eddy Silvestre, der für Eibar und Granada in der Primera División kickte: "Auf ihn heißt es auch gut aufpassen bei den Standards. Bei den Kopfballduellen ist er sehr stark." Ein Schwachpunkt könnte der serbische Verteidiger Vojislav Stankovic sein. "Er ist kein schlechter Spieler, aber langsam. Das können die schnellen Stürmer von Rapid vielleicht nützen, wenn er einmal schlecht steht", meint Segovia.

Die Top-Sommertransfers der österreichischen Bundesliga

Segovia selbst hat von insgesamt sechs Bundesliga-Duellen mit Rapid übrigens keines gewinnen können - weder mit Admira, noch dem WAC und auch nicht mit seinem "Herzensklub" SKN St. Pölten, zu dem er nach seiner aktiven Karriere einmal zurückkehren möchte. Aktuell bereitet er sich mit dem Viertligisten Unión Adarve in seiner Heimatstadt Madrid auf die neue Saison vor.

Reghecampf kickte auch in St. Pölten

Der nunmehrige Neftci-Trainer Laurentiu Reghecampf stürmte im Mai 1994 übrigens auch ein einziges Mal in der Bundesliga für St. Pölten, nämlich als Joker für die Voith Schwarze Elf (VSE) beim 1:0-Auswärtssieg gegen Austria Wien im Horr-Stadion. Zu mehr Einsätzen hat es für den damals 18-jährigen Flüchtling noch nicht gereicht.

Siegtorschütze Hannes Weber nahm den Teenager eine Zeit lang mit dem Auto zu den Trainings mit. Gerhard Reichhard vom St. Pöltner Magistrat hatte den "Wölfen" gesteckt, dass da ein rumänischer Teenager recht gut kicken kann, man möge ihn doch bitte im Nachwuchs einbauen. Für Reghecampfs Stammverein Otelul Targoviste organisierten die St. Pöltner freiwillig eine Ablöse.

Reghecampf Steaua Schalke

Steaua-Trainer Laurentiu Reghecampf auf Schalke (2013). imago sportfotodienst

Reichhard gehörte 2000 dann auch zu den "Gründervätern" des SKN St. Pölten und Weber streifte in der 2. NÖ Landesliga voller Enthusiasmus die SKN-Kapitänsschleife über, obwohl er auch Angebote aus dem Profibereich annehmen hätte können. Reghecampf heuerte da relativ zeitgleich beim deutschen Bundesliga-Aufsteiger Energie Cottbus an und startete (nach einigen wertvollen Erfahrungen bei Steaua Bukarest davor) eine respektable internationale Karriere.

Als Trainer hat der mittlerweile 47-Jährige Steaua zu zwei Meistertiteln und in die Champions League geführt. Mit Al-Hilal erreichte er 2014 gar das Finale der asiatischen Champions League, unterlag dort aber knapp den Western Sydney Wanderers.

Thomas Schöpf