Bundesliga (D)

EM 2024: Stergiou genießt die Krönung seiner Saison

Der VfB-Verteidiger trainiert mit der Schweiz in Stuttgart

"So war es auch bei mir": Stergiou genießt die Krönung seiner Saison

In der Nati angekommen und bei der EM dabei: Stuttgarts Leonidas Stergiou.

In der Nati angekommen und bei der EM dabei: Stuttgarts Leonidas Stergiou. IMAGO/Langer

Dass er mit den Eidgenossen in diesen Tagen vor dem ersten Anpfiff zum europäischen Kontinentalwettbewerb auf den Anlagen des blauen Stadtrivalen Kickers trainiert, kann VfB-Profi Leonidas Stergiou verschmerzen. Für den Nationalspieler, der im vergangenen Sommer leihweise vom FC St. Gallen verpflichtet worden war, ist allein schon die feste Nominierung für diese EM ein nicht zu übertreffendes Erlebnis.

Die Krönung einer Entwicklung, die für ihn selbst nicht absehbar war, wie der 22-Jährige im Schweizer Trainingslager auf der Waldau verlauten lässt. "So ist der Fußball. Manschmal kann es sehr schnell gehen. So war es auch bei mir", erklärt der Jungprofi, der für rund 100.000 Euro ausgeliehen und jetzt im Mai für rund zwei Millionen fix vom VfB verpflichtet wurde. "Ich konnte in diesem Jahr in Stuttgart sehr viel lernen und habe mich weiterentwickelt. Umso mehr freue ich mich über die EM-Nominierung und die Chance, bei der Nationalmannschaft weitere wertvolle Erfahrungen zu sammeln."

EM 2024

Der Sohn einer serbischen Mutter und eines griechischen Vaters, der im schweizerischen Wattwil geboren wurde, ist eine der großen Überraschungen beim mit solchen ohnehin reichlich beschenkten VfB. Dabei hatte er sich bis zum 28. Spieltag mit der Rolle des Ergänzungsspielers begnügen müssen. Mit Kurzeinsätzen. Nur einmal stand Stergiou in der Startformation. Beim 3:1 der Schwaben am 20. Spieltag beim SC Freiburg, wo er eine unauffällige, aber solide Partie ablieferte.

Seit besagtem 28. Spieltag hat sich die Wahrnehmung gegenüber dem 22-Jährigen nachhaltig verändert. Stergiou profitierte beim 1:0 der Schwaben in Dortmund vom Ausfall von Josha Vagnoman. Der frühere Hamburger zog sich im Signal Iduna Park eine Mittelfußverletzung zu und musste in der Halbzeit aufgeben. Der Schweizer, dessen Startelfeinsatz gegen die Borussen ebenfalls diskutiert, aber verworfen worden war, weil man sich nicht sicher sein konnte, wie er mit der Wucht der Stimmung von den Rängen umgehen würde, wusste diesmal so richtig zu überzeugen. Unbeeindruckt von der Kulisse half er nach der Pause mit, die 1:0-Führung über die Spielzeit und ins Ziel zu bringen.

"Er hat bewiesen, dass er sehr hochklassig Widerstand leisten kann", so Fabian Wohlgemuth im Rückblick, der die Entwicklung des Verteidigers schon immer mit Wohlwollen betrachtet hat. Nach dem direkt darauf folgenden und nicht weniger souveränen Auftritt beim 3:0 gegen Eintracht Frankfurt schwärmte der Sportdirektor: "Man hat gesehen, dass die außergewöhnliche Schnelligkeit, über die er verfügt, gegen die Frankfurter, die zu den schnellsten Mannschaften der Bundesliga gehören, sehr wertvoll für uns ist."

Stergious Zuverlässigkeit

Der Nationalspieler steht obendrein für die Zuverlässigkeit des berühmten Uhrwerks oder des nicht weniger bekannten Klappmessers aus seiner Schweizer Heimat. Qualität, die jeder gerne besitzt. Auch wenn er sie nicht tagtäglich dringend benötigt. Wie sehr Stergiou bei den Eidgenossen bei der EM gefragt sein wird, die in einer Gruppe mit Deutschland spielen, wird sich noch zeigen. Vielleicht sogar im direkten Duell mit seinen Stuttgarter Mannschaftskollegen Waldemar Anton, Chris Führich, Maximilian Mittelstädt und Deniz Undav.

George Moissidis