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Tamberis große Show - Merkel überrascht - Heß Fünfter bei Weltklasse-Springen

Leichtathletik-EM in Rom: Przybylko im Pech - Bol und Warholm eine Klasse für sich

Tamberis große Show - Merkel überrascht - Heß Fünfter bei Weltklasse-Springen

Liefert mal wieder die große Show: Gianmarco Tamberi.

Liefert mal wieder die große Show: Gianmarco Tamberi. Sportsfile via Getty Images

Hochsprung, Männer: Przybylko knickt um - und muss aufgeben

Während Olympiasieger Tamberi im Hochsprung der Männer vor heimischem Publikum seinen Titel erfolgreich verteidigte, musste sich Ex-Europameister Mateusz Przybylko verletzungsbedingt früh verabschieden. Der Leverkusener überquerte zwar die Anfangshöhe von 2,17 m, knickte dabei aber unglücklich um und musste anschließend wegen Problemen am rechten Fuß aufgeben.

"Mein Fuß ist noch nicht so belastbar, wie ich erhofft habe", sagte Przybylko in der ARD und ergänzte mit Blick auf die Olympischen Spiele in Paris: "Ich weiß, ich kann es noch. Die Werte sind top, wir müssen nur meinen Fuß in den Griff kriegen. Wenn das passt, kann ich wieder fliegen." Der 32-Jährige hatte sich im Vorjahr einen Mittelfußbruch zugezogen und war daraufhin operiert worden; noch immer hat er eine Titanschraube in seinem Fuß. "Wir wollten mit Blick auf Olympia kein Risiko eingehen", erklärte Bundestrainer Hans-Jörg Thomaskamp.

Tamberi indes überquerte wie schon bei seinem Olympiasieg in Tokio 2,37 m und sorgte neben einem Meisterschaftsrekord für die nächste Sternstunde der EM-Gastgeber. Hinter ihm reihten sich die Ukrainer Wladyslaw Lawskyj (2,29 m) und Oleh Doroshchuk (2,26 m) auf den Plätzen ein.

400 m Hürden, Frauen: Bol eine Klasse für sich

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Über 400 m Hürden der Frauen wurde Femke Bol ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht. Die Niederländerin verteidigte ihren Titel in beeindruckender Manier und war im Finale von Rom bei ihrem Meisterschaftsrekord von 52,49 Sekunden eine Klasse für sich. Die Weltmeisterin scheint bereit für das Olympia-Duell mit Weltrekordlerin Sydney McLaughlin-Levrone (USA). Louise Maraval aus Frankreich (54,23) gewann Silber, Bols Landsfrau Cathelijn Peeters (54,37) holte Bronze. DLV-Starterin Eileen Demes war im Halbfinale ausgeschieden.

400 m Hürden, Männer: Warholm unübertroffen

Karsten Warholm

Einmal mehr nicht zu schlagen: Karsten Warholm. IMAGO/Bildbyran

Eine Ausnahmeerscheinung ist auch der Olympiasieger, Weltrekordler und dreimalige Weltmeister Karsten Warholm. Der Norweger war über die über 400 m Hürden der Männer in 46,98 Sekunden nicht zu schlagen - für Warholm war es nach 2018 und 2022 das dritte EM-Gold in Serie. Silber sicherte sich zur Freude der frenetischen italienischen Fans der Lokalmatador Alessandro Sibilio, der mit einer Zeit von 47,50 Sekunden den Schweden Carl Bengtström (47,94) auf Platz drei verwies.

LEICHTATHLETIK-EM IN ROM

Aus deutscher Sicht erreichte Emil Agyekum mit einer Zeit von 48,42 Sekunden Platz sechs - es war der bislang größte Erfolg in der Karriere des 25-Jährigen, doch zufrieden war er nicht. "Ich wäre gerne persönliche Bestzeit gelaufen", gestand der Sportsoldat in der ARD. Der WM-Achte Joshua Abuaku war wie Constantin Preis überraschend bereits im Halbfinale ausgeschieden.

10.000 m, Frauen: Merkel überrascht bei Battoclettis Gold-Double

Nadia Battocletti

Gewann ihre zweite Goldmedaille: Nadia Battocletti. IMAGO/ABACAPRESS

Über die 10.000 m der Frauen überraschte Lisa Merkel mit einer starken Leistung und kam als Neunte ins Ziel. Damit war sie die beste Deutsche vor Eva Dieterich (33:17,78) auf Platz 19 und Deborah Schöneborn (33:48,90) auf Rang 23. Gold schnappte sich unter frenetischem Applaus Nadia Battocletti, die bereits über 5000 m nicht zu schlagen war. Die Italienerin überquerte die Ziellinie in 30:51,32 Minuten und verwies die Niederländerin Diane van Es (30:57,24) und Megan Keith aus Großbritannien (31:04,77) auf die Plätze.

Konstanze Klosterhalfen hatte in Rom eigentlich die Norm für die Olympischen Spiele in Paris angreifen wollen, doch gesundheitliche Probleme verhinderten einen Start der mehrfachen deutschen Rekordhalterin.

Dreisprung: Heß wird Fünfter beim Weltklasse-Springen

Ex-Europameister Max Heß verpasst im Dreisprung eine Medaille. Beim spektakulären Titelgewinn von Jordan Alejandro Diaz Fortun (Spanien) wurde der Chemnitzer Fünfter (17,04 m) - 35 Zentimeter fehlten zu Bronze, das sich der Franzose Thomas Gogois (17,38 m) holte. Diaz Fortun legte derweil einen Meisterschaftsrekord und die drittbeste Weite jemals auf (18,18 m) und gab so dem portugiesischen Titelverteidiger Pedro Pichardo (18,04 m) das Nachsehen. Nur Weltrekordler Jonathan Edwards (1995/18,29) und Christian Taylor aus den USA (2015/18,21) sprangen in der Geschichte weiter als Diaz Fortun.

Speerwurf, Frauen: Hussong mit Saisonbestleistung

Ex-Europameisterin Christin Hussong ging derweil leer aus. Die 30-Jährige warf im Finale mit 61,29 m zwar eine Saisonbestleistung, doch das reichte nur für Rang vier - rund eineinhalb Meter fehlten zum Podest. Europas Jahresbeste Victoria Hudson (Österreich) holte sich mit 64,62 m Gold vor der Serbin Adriana Vilagos (64,42) und der Norwegerin Marie-Therese Obst (63,50). Insgesamt sorgte Hudson für die erst dritte Goldmedaille Österreichs bei einer Freiluft-EM nach Liese Prokop im Fünfkampf (1969) und Ilona Gusenbauer im Hochsprung (1971).

Zehnkampf, Männer: Kauls Aufholjagd wird nicht belohnt

Ohne Medaille reist Zehnkämpfer Niklas Kaul wieder nach Hause. Der Titelverteidiger war nach dem ersten Tag auf Platz 13, erreichte nun nach einer starken Aufholjagd noch Platz vier. Zu Europas neuem König krönte sich Johannes Erm aus Estland mit 8764 Punkten. Silber ging an Sander Skotheim aus Norwegen (8635), Bronze an den Franzosen Makenson Gletty (8606).

200 m, Frauen: Kambundji gewinnt Herzschlagfinale

Über die 200 m rannte Mujinga Kambundji erneut zu Gold. Die Schweizerin setzte sich mit 22,49 Sekunden in einem Fotofinish gegen die Britin Daryll Neita (22,50) denkbar knapp durch und verteidigte so ihren Titel. Bronze sicherte sich die Französin Helene Parisot (22,63).

drm

Höher, schneller, weiter: Unvergessene und fragwürdige Leichtathletik-Weltrekorde