FIFA WM

Völler: "Schade für Moussa, aber ich kann Deschamps verstehen"

Früherer Teamchef zu Frankreichs Verzicht auf Leverkusens Diaby

Völler: "Schade für Moussa, aber ich kann Deschamps verstehen"

Rudi Völler versteht Frankreichs Verzicht auf Leverkusens Diaby bei der WM.

Rudi Völler versteht Frankreichs Verzicht auf Leverkusens Diaby bei der WM. picture alliance / Hasan Bratic

Wobei der frühere Geschäftsführer und heutige Klub-Botschafter von Bayer 04 dies nicht an Form und Qualität Moussa Diabys festmacht. Ganz im Gegenteil. "Das ist schade für Moussa. Er hätte sich die Nominierung verdient gehabt. Fast bei allen anderen Ländern wäre er Stammspieler", urteilt Völler, der dennoch keinen Groll gegen Deschamps, seinen ehemaligen Weggefährten bei Olympique Marseille, hegt.

Dessen Verzicht auf einen 26. Spieler sieht er sogar als potenziellen Vorteil. Ist es für einen Nationaltrainer doch äußerst schwierig, während eines solchen Turniers einen so großen Kader bei Laune zu halten. Gerade, da diesmal in Katar nicht 23, sondern sogar eben 26 Akteure gemeldet werden durften.

Selbst 23 waren schon einen Tick zu viel.

Rudi Völler

"Für einen Trainer ist das im Training nicht einfach, weil du zu viele Spieler hast. Und schon bei 23 Spielern hast du Probleme mit den Unzufriedenen, die keine Chance haben zu spielen", erklärt Völler, der die deutsche Mannschaft bei der WM 2002 in Südkorea und Japan als Teamchef ins Finale führte, "ich bin gespannt, wie die Trainer mit so vielen Spielern umgehen. Selbst 23 waren schon einen Tick zu viel."

Kritik an der weit im Vorfeld getroffenen Reglementänderung möchte Völler allerdings nicht üben, mit der die FIFA trotz COVID-19 eine gesicherte Durchführung der WM gewährleisten wollte. "Die Entscheidung war damals richtig, aber jetzt spielt Corona wahrscheinlich keine Rolle mehr bei dem Turnier, auch weil die Mannschaften ja alle kaserniert sind."

Völler sieht gute Chancen für Kolo Muani

Trotz der nicht nur aus seiner Sicht zu hohen Spielerzahl sieht Völler für einen anderen nachnominierten Bundesliga-Profi im französischen Kader gute Einsatzchancen: Frankfurts Randal Kolo Muani, der vor Benzemas Ausfall Leipzigs Christopher Nkunku ersetzte und von dem der ehemalige Mittelstürmer nicht nur aufgrund dessen Schnelligkeit angetan ist.

"Ich kenne ja Didier Deschamps: Er wird nach Benzemas Ausfall jetzt Giroud aufstellen", prognostiziert Völler, "aber Kolo Muani wird auch seine Einsatzzeiten bekommen."  Auch weil er mit seinem Profil nicht nur auf die reine Mittelstürmerposition festgelegt ist.

Stephan von Nocks