Nordost

Wollitz: "Ich stelle nicht mehr nach Scorerpunkten auf"

Trainer und zahlreiche Spieler gehen vorbelastet in die heiße Phase

Wollitz auf der Suche nach der Meister-Formation: "Ich stelle nicht mehr nach Scorerpunkten auf"

Will seine Mannschaft so gut wie möglich für den Titelkampf vorbereiten: Claus-Dieter Wollitz

Will seine Mannschaft so gut wie möglich für den Titelkampf vorbereiten: Claus-Dieter Wollitz IMAGO/Fotostand

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Mit einer Hypothek geht der FC Energie Cottbus in das Flutlichtspiel beim FC Carl Zeiss Jena am Freitag. Sechs Spieler und auch Trainer Claus-Dieter Wollitz sind vorbelastet - sollten sie in diesem Klassiker der Regionalliga Nordost die nächste Gelbe Karte sehen, wären sie im folgenden Spiel gesperrt. Brisant: Dann steht für die Lausitzer das Topspiel gegen Spitzenreiter Greifswalder FC (12. April, 19 Uhr) an.

Umdenken bei der Wahl des Personals

"Nicht drüber nachdenken", rät FCE-Coach Wollitz seinen Spielern und verdeutlicht, dass es in der entscheidenden Phase des Titelkampfes für ihn ohnehin keine Kompromisse mehr gibt. "Ich stelle nicht mehr nach Scorerpunkten auf, oder ob einer zweistellig getroffen hat", so der Cottbuser Coach. Das war bereits beim mühsamen 2:1-Heimsieg gegen den FC Eilenburg zu sehen. Erstmals seit dem dritten Spieltag saß Torjäger Tim Heike (15 Treffer/3 Vorlagen) auf der Bank. Stattdessen setzte Wollitz auf der Außenbahn auf den gelernten Flügelspieler Phil Halbauer.

Der Trainer sucht nach der Formation, die den FC Energie im komplizierten Dreikampf mit Greifswald und dem BFC Dynamo stabilisiert. Obwohl Energie auf eine starke Bilanz von acht Siegen aus den letzten zehn Regionalliga-Spielen zurückblicken kann, wirken die Lausitzer nicht mehr so gefestigt wie in einigen Phasen der Hinrunde. Die teilweise knappen und manchmal auch etwas glücklichen Siege täuschen darüber hinweg, dass der FCE einige Sorgen auf dem Spielfeld hat. "Das Gegenpressing von Energie Cottbus war schon besser, als wir es im Moment anbieten", betonte Wollitz.

Cottbuser Startprobleme - Besonderes Spiel für Krauß

Speziell in der ersten Viertelstunde ist Energie anfällig. Gegen Eilenburg gab es bereits das zehnte Gegentor innerhalb der ersten 15 Minuten. Winter-Neuzugang Maximilian Krauß warnte deshalb: "Dieses Abwehrverhalten, das wir als Team an den Tag legen, kann uns sehr viel kosten." Für den Flügelspieler wird die Rückkehr ins Jenaer Paradies ein besonderer Abend. Der Transferkrimi um den 27-Jährigen hatte im Winter beide Vereine bis zum letzten Tag der Wechselfrist in Atem gehalten. Den Abflug in die Lausitz haben ihm einige Fans in Thüringen übelgenommen. Trainer Henning Bürger schickte via MDR hinterher: "Es ist besser, dass er jetzt in Cottbus ist."

Krauß ahnt, dass es am Freitag für ihn einige Pfiffe geben könnte. Er sagt: "Ich respektiere das, wenn noch Enttäuschung da ist. Das würde ich absolut verstehen. Ich nehme es, wie es kommt." Dennoch fährt er zuversichtlich in Richtung Ernst-Abbe-Sportfeld: "Ich freue mich darauf, wieder in dem Stadion zu spielen und viele alte Freunde zu sehen. Ich gehe das sehr, sehr positiv an."

Jan Lehmann

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