2. Bundesliga (D)

Hertha-Trainer Pal Dardai bricht Pressekonferenz ab

"So lange du das so siehst, reden wir nicht“

Bei der zweiten kicker-Frage: Hertha-Coach Dardai bricht Pressekonferenz ab

War am Mittwoch außer sich: Herthas Chefcoach Pal Dardai.

War am Mittwoch außer sich: Herthas Chefcoach Pal Dardai. IMAGO/Nordphoto

Nach nicht mal sechs Minuten stand Pal Dardai auf, verließ das Podium, ohne sich die Frage anzuhören, und sagte an die Adresse von kicker-Reporter Steffen Rohr: "Ich habe etwas gesagt, dankeschön." Viel gesagt hatte er bis dahin nicht, zumindest nicht bei der ersten kicker-Frage, die auf den kommenden Gegner SC Paderborn abzielte. Dardais Antwort: "Du hast geschrieben, dass Hertha BSC kein Konzept hat. So lange du das so siehst, reden wir nicht."

Die folgenden Fragen der Reporter der Bild und des Radiosenders 94,3 RS2 beantwortete Herthas Cheftrainer ausführlich - ehe er zu Beginn der zweiten kicker-Frage aufstand und die Journalisten, Herthas Mediendirektorin Vera Krings und den ebenfalls auf dem Podium sitzenden Linksaußen Fabian Reese verdutzt zurückließ.

Hintergrund für den peinlichen Abgang: Der kicker hatte am 14. März Dardais Wirken in dieser Saison, die Entwicklung des Teams und die Trainer-Personalie mit Blick auf den Sommer thematisiert und darüber berichtet, dass es nach dem schwachen Rückrundenstart Ende Januar intern Überlegungen gegeben hatte, auf der Trainerposition sofort etwas zu verändern.

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Bereits in der Pressekonferenz am Tag nach Erscheinen des Artikels hatte Dardai am 15. März losgeledert und erklärt: "Intern ist alles gut und ehrlich. Immer von außen diese Negativität, seit 30 Jahren. Wahrscheinlich macht es einigen Spaß. Oder sie sind so untalentiert, dass sie nicht die Wahrheit schreiben können oder wollen." Seine direkte Empfehlung: "Leute, die so etwas berichten, sollten sich einen anderen Verein suchen und darüber berichten."

Am Mittwoch brach es erneut aus dem Ungarn heraus. Dardais Cheftrainer-Vertrag endet am 30. Juni. Ob er seine Karten bei Herthas Bossen mit solchen öffentlichen Auftritten verbessert, darf bezweifelt werden …

kon

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